Published on Januar 3rd, 2012 | by Esitileti296

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Nach dem Amoklauf in Norwegen

faschistischer Mörder wird entlastet, Anti-Rassismus- Organisation wird verklagt (aus dem aktuellen REBELL-Magazin)

Am 22. Juli 2011 ermordete der
norwegische Faschist Anders Behring Breivik 77 Menschen in einem Massaker. Die meisten Opfer waren linke
Jugendliche auf einem Zeltlager. Nun wurde Breivik als geistig
unzurechnungsfähig eingestuft, damit ihm kein politischer Prozess
gemacht werden muss. Wir fragten bei norwegischen Freunden des REBELL
nach, wie sie die Lage einschätzen.

Knut schreibt uns: „Nach dem 22. Juli
ist – vom offiziellen Norwegen – nicht so viel passiert. Der
Massenmörder wurde als unzurechnungsfähig eingestuft. Der
schwedische Professor Johan Cullberg sagte jedoch am 7. Dezember,
dass Breivik fit genug ist, um ihn zu bestrafen. Was doch sicher ist,
ist, dass der Rassismus schuldig ist – nicht sein mögliches
Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Wenn er
unzurechnungsfähig sein soll, was ist denn mit allen anderen
Rassisten, Faschisten und Islamophoben? Sind sie Opfer derselben
Täuschungen?“

In der gleichen Email berichtet uns
Knut, dass die antirassistische Massenorganisation „SOS Rasisme“
im November zu einer Zahlung von etwa 1,3 Millionen Euro verurteilt
wurde. „SOS Rasisme“ kämpft gegen staatlichen, Alltags- und
organisierten Rassismus. Wenn man solch ein Anliegen hat, kann man
leicht Mitglied werden durch einen Jahresbeitrag. Das haben 40 000
Menschen gemacht. Das ist genau die richtige Einstellung gegen die
Menschenverachtung Breiviks. Einige Mitglieder von „Tjen Folket“
(ein kommunistischer Bund und Mitglied der ICOR) sind in die Führung
gewählt worden. Daraufhin ging eine riesige Hetze in
BILD-Paparazzi-Manier los. Es wurde behauptet SOS-Rasisme hätte
nicht so viele Mitglieder, das wäre gelogen. Für die Mitglieder
bekommt SOS Rasisme staatliche Zuschüsse. Also hätten sie sich
staatliche Zuschüsse erschlichen. Tatsächlich geht es anti-
kommunistisch darum, es zu verhindern, dass auch Kommunisten
staatliche Fördergelder mit verwalten. Es ist ein Skandal, dass mit
antikommunistischen Motiven Aktivitäten gegen Rassismus massiv
behindert werden.

Knut: »Das ist natürlich sehr
schwierig und reduziert die Aktivitäten von „SOS Rasisme“- falls
die Organisation überleben kann. Wir kämpfen aber natürlich weiter
gegen Faschismus und Rassismus. Kommunisten müssen voran gehen und
stehen gegen diese menschenfeindliche Ideologien, die der
Kapitalismus gern benützt, um seinen Griff um die Menschheit zu
behalten. Große faschistischen Gruppen haben wir im Moment nicht in
Norwegen. Der Rassismus wächst jedoch. Drohungen gegen
Antifaschisten erleben wir fast täglich. Die etablierten
Jugendverbände und Parteien planen eine neue Organisation gegen
Rassismus und Faschismus. Wie kann solch eine Organisation seriös
gegen Rassismus arbeiten, wenn sie so eng zu den parlamentarischen
Parteien stehen? Die schlimmste Form des Rassismus heute bei uns ist
der staatliche Rassismus. Täglich erleben wir staatliche Übergriffe
gegen Asylanten, die seit Jahren in Norwegen wohnen. Sie dürfen
nicht arbeiten, normal leben und haben weniger Rechte als „echte
Norweger“. Es gibt mehrere Vorfälle, wo Asylanten nach Ländern
wie Syrien, Äthiopien, Afghanistan, Somalia und den
palästinensischen Gebieten geschickt wurden. Glücklicherweise
passiert das nicht ohne Proteste.«

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