Published on November 30th, 2011 | by Esitileti296

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Tag gegen Gewalt an Frauen

Folgenden Redebeitrag hat der REBELL zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2011 gehalten:

"Hallo an alle Frauen und Männer, Mädels und Jungs,
ich bin Julia Scheller vom Jugendverband REBELL.
Wir demonstrieren heute international gegen Gewalt an Frauen. Diese Gewalt hat viele Gesichter, wie wir heute schon eindrücklich gehört haben. Sie ist Teil der besonderen Unterdrückung der Frau im Kapitalismus. Ein Teil davon ist der Sexismus – dazu möchte ich heute sprechen.
Halbnackte Frauen in Musikvideos, Pornographie, usw. Diese Art des Sexismus ist für jeden offensichtlich.


Das ist ein weltweites Problem. In Venezuela z.B. sind
Brustvergrößerungen gängig, auch schon bei Mädchen mit 15 Jahren. 
Schaufensterpuppen haben eine großen Busen und einen prallen Po.
Jeanshosen werden nur an Puppenunterteilen präsentiert, die dir ihren Po
entgegen strecken. Über Telenovelas und Musikvideos wird die „perfekte
Frau“ präsentiert.


Gegen diesen Sexismus wehren sich immer mehr Frauen weltweit. Es gab
große Demonstrationen in Italien gegen Berlusconi und seine „Bunga Bunga
Partys“. Entsprechend feierten die italienischen Mädels & Frauen,
als er nun zurücktreten musste! Die sogenannten „Slutwalks“ wehrten sich
zurecht gegen die Aussage eines Polizisten in Canada, die Frauen sollen
sich nicht anziehen wie Schlampen, dann würden sie auch nicht
vergewaltigt.


Das ist das, was auf der Hand liegt. Aber ihr kennt vielleicht den Spruch von Berthold Brecht:


„Der reißende Strom wird gewalttätig genannt. Aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig.“


Die kleinbürgerlich-sexistische Denkweise ist so ein Flussbett und
besonders ein Problem für junge Frauen und Mädchen. Wir sollen in eine
bestimmte Richtung Denken, Fühlen und Handeln. Für’s Schwimmbad bin ich
zu dick, für einen kurzen Rock sind meine Beine zu kurz, für das
Oberteil ist mein Busen zu flach. Wenn ich knappe Kleidung anziehe bin
ich eine Schlampe, setze ich mich für die Rechte der Frauen ein, bin ich
eine Emanze, wehre ich mich gegen sexistische Anmache, bin ich
humorlos. Was bleibt dann eigentlich noch übrig? Der zwanghafte Wunsch
jedem zu gefallen untergräbt das Selbstbewusstsein. Wer kein
Selbstbewusstsein hat, der steht auch nicht auf für seine Interessen,
der schwimmt nicht gegen den Strom. Der wehrt sich nicht gegen Gewalt an
Frauen und gegen andere Formen der Unterdrückung.


Deshalb stehe ich heute für den REBELL hier: Für mehr Selbstbewusstsein,
für ein Frauenbewusstsein, für die Rebellion! Allein machen sie dich
ein – organisier dich!

 

Ich ende mit dem Refrain eines Liedes von jungen rebellischen Frauen für den Songcontest auf dem 9. Frauenpolitischen Ratschlag:


„Ich seh nicht so aus, ich seh’s nicht ein.


In diese Ideale passt doch keiner rein.


Die krieg ich nur gesagt, damit ich micht nicht selber mag.


Stattdessen sollten wir an der Zukunft bauen


und auf unsere eigene Stärke vertrauen.


Gemeinsam kämpfen wir.


Die Befreiung wollen wir.“

 


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