Published on November 28th, 2011 | by Esitileti296

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Rebellisches Wochenende im Wendland ein voller Erfolg!

28.11.2011 – Wie geplant startete am Samstag, den 26.11.2011 um sieben Uhr in der Früh das rebellische Wochenende vom Jugendverband REBELL. Wir starteten ausgerüstet mit Zelten, „AKW’s stilllegen!“-T-shirts, Megafon, Flugblättern, und vielem mehr in Richtung Dannenberg. Gemeinsam mit Leuten der MLPD entfalteten wir am Kundgebungsplatz in Dannenberg unser Transparent und unsere REBELL-Fahnen. Unser kleiner Bauchladen mit Aufklebern und Buttons war sehr gefragt und die Spendendose wurde bald gefüllt.


Die Auftaktdemo war etwas chaotisch organisiert und wir konnten den
Startplatz der Demo nicht ausfindig machen. Also entschlossen wir uns
das offene Mikrofon einfach an Ort und Stelle zu eröffnen. Es bildete
sich eine kleine Kundgebungsrunde und Teilnehmer der Demo ergriffen das
Wort.
Als der Demozug dort eintraf, reihten wir uns ein und führten das
offenes Mikrofon mit Parolen und Kurzreden während der Demo weiter.
Insgesamt beteiligten sich mindestens 23 000 Umweltaktivisten, Anwohner,
Bauern, Kinder und Jugendliche an der Demo. Beeindruckend waren auch
die über 400 Traktoren, die sich teilweise inmitten der Großdemo
befanden und mit Plakaten und Transparenten geschmückt waren. Am
Großkundgebungsplatz kamen dann alle zusammen. Mit einem kleinen Stand
und mehreren Trupps sprachen wir die Teilnehmer an und stießen auf
großes Interesse. Unter den Rednern der zentralen Kundgebung waren auch
internationale Gäste, was unter den Teilnehmern begeistert aufgenommen
wurde. So sprach z.B. eine Frau aus Fukushima/Japan.
Von der Großkundgebung aus bezogen wir unser Quartier in einem der
zahlreichen Protest-Camps entlang der Strecke. Mit Stirnlampen bauten
wir im Dunkeln unsere Zelte auf und richteten alles für die Nacht ein.
Wir machten eine Besichtigungsrunde durch das  selbst organisierte Camp
und holten uns in der Küche erst mal was Warmes zu essen. Später am
Abend nahmen wir am Camp-Plenum teil. Dort wurde die aktuelle Lage
besprochen und überlegt, wie es in der Nacht weiter gehen soll. Wir
stellten uns vor und diskutierten mit. Wir entschieden uns, den Abend
und die Nacht im Camp zu verbringen und beteiligten uns unter dem Motto
„Dem Volke dienen!“ an den Aufgaben im Camp. Wir heizten den
Warm-Wasser-Kessel mit frischem Feuerholz ein und sorgten für sauberes
Geschirr für die Neuankömmlinge. Zwischen durch immer wieder der Blick
auf den Ticker: Was gibt es Neues an den Strecken? Am Feuereimer wärmten
wir uns zum Abschluss auf, werteten Erlebtes aus, z.B. das Auftreten
der Polizei und machten uns einen Plan für den kommenden Tag.
Um 5 Uhr hieß es am Sonntag aufstehen, denn wir wollten uns auf jeden
Fall noch an den Schienenblockaden beteiligten. Also noch im Dunkeln
raus, frühstücken und Zelte wieder abbauen. Dann zum Streckenabschnitt
bei Hitzacker. Dort schlossen wir uns mit ein paar anderen Jugendlichen
zusammen und eroberten einen Streckenabschnitt direkt neben der
Beton-Pyramide, die der Polizei den kompletten Sonntag alle Nerven
rauben sollte. Vier Anti-Castor-Aktivisten hatten sich an eine 600 kg
schwere Betonpyramide gekettet, die sie Mitten auf den Gleisen postiert
hatten. Die Polizei rückte mit schwerem Gerät an, doch bis zum späten
Sonntagabend konnten die Aktivisten nicht aus ihren Fesseln befreit
werden. Mit ca. 15-20 Jugendlichen und Erwachsenen machten wir es uns
auf den Schienen gemütlich und sorgten für gute Stimmung. Mit unseren
gelben REBELL T-shirts waren wir ein Anziehungspunkt für die Presse und
wir winkten gerne in die Kameras. Während der Blockade schlossen wir
Freundschaft in unserer Gruppe und umstehende Widerständler versorgten
uns mit Müsliriegeln, Schokolade und Wasser. Mit Parolen, Liedern,
frischen Würsten, warmem Tee und ein paar guten Witzen harrten wir
solange aus, bis uns die Polizei einen Platzverweis erteilte und von den
Schienen begleitete. Einer aus unserer Truppe war ein Anwohner, der uns
sogleich zu einem heißen Kakao oder Kaffee und ein paar belegten
Brötchen zu sich nach Hause einlud. Am heißen Kamin wärmten wir uns auf,
hörten die neuesten Meldungen im „Wendland-Radio“ und verarbeiteten
gemeinsam das Erlebte.
Wir hörten auch davon, dass es gewaltsame Zusammenstöße zwischen
Atomkraftgegnern und der Polizei gab. Uns gegenüber verheimlichten
einige Polizisten nicht, dass sie große Sympathien für die
Atomkraftgegner hegen.
Insgesamt waren an diesem Wochenende fast 30 000
Anti-Atomkraft-Aktivisten im ganzen Wendland unterwegs. Das zeigt
deutlich, dass der faule Kompromiss der Bundesregierung nicht dazu
führt, dass die Menschen in Deutschland sich mit der verbrecherischen
Atomkraft abfinden. Der Castor-Transport war noch nie solange unterwegs,
wie in diesem Jahr! Das ist der Erfolg des breiten und konsequenten
Protest der Atomkraftgegner! Doch gleichzeitig wird auch an diesem
Protest deutlich, dass er noch begrenzt ist. Die Massen haben
unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass sie für die Stilllegung
aller AKW’s weltweit sind und weder ein Zwischen- oder Endlager noch
einen Atommülltransport haben wollen.
Wir haben an diesem Wochenende auch viel über die Notwendigkeit einer
höheren Qualität der Umweltbewegung diskutiert. Die Kraft der
Umweltbewegung, die an diesem Wochenende deutlich zu spüren war, muss
hier in Deutschland aber auch weltweit gebündelt werden, damit sie
diesen Umweltverbrechern des allein herrschenden internationalen
Finanzkapital wirklich das Handwerk legen kann! Wir dürfen uns nicht mit
der Verzögerung des Castor-Transports zufrieden geben, sondern halten
an der Forderung nach der sofortigen Stilllegung aller AKW’s auf Kosten
der Betreiber fest! Diese tragen wir auch am 3.12., dem internationalen
Kampftag zur Rettung der natürlichen Umwelt in vielen Städten weltweit
auf die Straße.

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