Published on Oktober 10th, 2011 | by Esitileti296

0

Vorsitzende vom Rebell Lisa Gärtner moralische Siegerin vor Gericht

10.10.2011 – Dieses Urteil offenbart die Klassenjustiz – Die seit März gekündigte Vorsitzende des Jugendverband Rebell Lisa Gärtner kämpfte im Prozess mutig gegen ihre Kündigung von der Leiharbeitsfirma „Adecco“. Die Kündigung war politisch motiviert. Sie hatte mehrere weitere Leiharbeiter für einen Aktionstag der IG Metall gewonnen, der sich gegen die Ausbeutung von Leiharbeitern richtete. Sie ist eine bekannte Marxistin-Leninistin und Gewerkschafterin, die ihre Meinungen klar vertritt. Das  können Adecco und der Autozulieferer TRW natürlich gar nicht gebrauchen, wenn ein Großteil ihrer Produktion auf der Ausbeutung von Leiharbeitern basiert.

Der Prozess begann hochpolitisch: Nachdem Adecco in den vorherigen
Schriftsätzen nicht nur angezweifelt hatte, dass der
Marxismus-Leninismus eine Weltanschauung ist, nicht nur bestritten
hatte, dass Lisa sie vertritt, sondern auch dass Lisa „überhaupt eine
Weltanschauung hat“, legte die Richterin dar, dass sie zu einer anderen
Meinung als Adecco gekommen sei: Der Marxismus-Leninismus sei durchaus
eine Weltanschauung, weiterhin sei Lisa Gärtner Mitglied im
Jugendverband REBELL, der eben diese Weltanschauung vertrete. Wichtig:
Denn so sieht das die Rechtssprechung in der Regel nicht – da gelten nur
Religionen und ähnliches als Weltanschauung.
Die Geschäftsleitung von Adecco war sich ihrer Sache anscheinend schon
nicht mehr so sicher und gab dem Prozess eine erhöhte Bedeutung – so
erschien dieses Mal der „Arbeitsdirektor des Konzerns“, wie er sich
bescheidenerweise vorstellte. Adecco hatte nun vor Gericht behauptet, es
seien nur wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend für die Kündigung und
dass für Lisa keine Arbeit mehr da wäre. Doch diese Darlegung  fiel wie
ein Kartenhaus in sich zusammen: So hatte Adecco am Tag von Lisas
Kündigung einen anderen für sie eingestellt. Richtig war zwar, dass im
März verschiedene Leiharbeiter bei Adecco ausgeschieden sind, jedoch
nicht weil sie gekündigt wurden, sondern auf eigenen Wunsch: Weil sie
nämlich bei TRW übernommen wurden, wo  dringend Leute gebraucht wurden.
Adecco widersprach sich wiederholt selbst – jedem im Raum war klar, das
Adecco log. Trotzdem wies  das Arbeitsgericht Gelsenkirchen am 06.09.
Lisas Klage ab. Die schriftliche Begründung steht noch aus. Jedoch
schien es so, dass Lisa diesen Prozess nicht gewinnen durfte. So stellte
die Richterin gegen Ende des Prozesses plötzlich Beweisanforderungen,
von denen vorher nie die Rede gewesen war. Beispielsweise sollte
bewiesen werden, dass nicht nur die Geschäftsleitung von Adecco, sondern
auch die von TRW Lisas Weltanschauung kannte, dass der Geschäftsführer
von Adecco am Leiharbeiteraktionstag der IGM wirklich Blickkontakt mit
Lisa gehabt hätte usw.
Der ganze Vorgang war für jeden im Saal klar erkennbar politisch
motiviert – nun wurden jedoch Beweise verlangt, die unmöglich zu
erbringen sind.
Ein Gewerkschafter aus Köln, der extra nach Gelsenkirchen zum Prozess
kam, um mit den anderen 26 Besuchern Lisa  solidarisch den Rücken zu
stärken, brachte es auf den Punkt: „Sauerei! Eigentlich wird jedem klar,
dass Lisa aufgrund ihrer marxistisch-leninistischer Weltanschauung und
der Wahrnehmung ihrer Rechte gekündigt wurde, aber der verlangte
Nachweis ist einfach unaufbringbar!“

Lisa, unterstützt auch von ihrem Anwalt Frank Stierlin, hat sich klasse
geschlagen und als Ermutigung für viele Jungarbeiter den Kampf
aufgenommen.
Jeder, der sich mutig in die erste Reihe stellt, und den Kampf gegen
weltweit agierende Konzerne aufnimmt, der braucht die solidarische
Unterstützung und muss wissen, dass es Kollegen, Freunde, Familie,
MLPDler und Rebellen gibt die 100% hinter ihr stehen. Lisa wird
unterstützt vom im Solikreis „Mutige Marie und Lisa“, wo dieser Kampf
gemeinsam organisiert wird. Jeder kann sich einbringen, vorbeikommen und
sie unterstützen. So werden z.B. noch Spenden benötigt um die
Prozesskosten zu tragen.
Macht diesen Fall, sowie den von Marie Bauer, die als Jugendvertreterin nicht übernommen werden soll, breit bekannt!
Es ist wichtig, so ein Unrecht nicht hinzunehmen und für sein Recht zu
kämpfen. Nach den vielen Prozessen, die rebellische Jugendliche im Kampf
um ihren Arbeitsplatz zurecht geführt haben und dennoch das Gericht so
oft zugunsten der „unternehmerischen Freiheit“ entschied, machen wir uns
keine Illusionen in die „Rechtsstaatlichkeit“ der BRD! Die Solidarität –
neben der Montagsdemo, REBELL & MLPD, Courage, Gewerkschaftern aus
den bisherigen Betrieben in denen Lisa gearbeitet hat sogar aus der
Ukraine, Peru und Spanien! – sowie die entstehende gewerkschaftliche
Bewegung gegen Leiharbeit sind das entscheidende, zukunftsträchtige.

Tags: ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back to Top ↑