Published on Juni 20th, 2011 | by Esitileti296
1Hamburger Hafenrundfahrt zu Ehren des Spanienkämpfers und Seemanns Wolf Hoffmann
20.6.11 (Bericht von Gert Hoffmann*, Hamburg) – Geplant war eine Schifffahrt zu den Gedenkstätten des antifaschistischen Widerstandes im Bereich des Hamburger Hafens. Was daraus wurde, war viel mehr. Es wurde eine kollektive Manifestation von herzlicher Freundschaft, ein weiter Rückblick in längst vergan- gene, aber immer noch lebendige politische und soziale Kämpfe, eine Hommage für die vielen Opfer des Naziregimes, für die auf dem Hamburger Friedhof liegenden im Kampf gefallenen Spanienkämpfer, für Ernst Thälmann, Edgar André, Wolf Hoffmann und die vielen Deutschen Antifaschisten, die im Kampf gegen Hitler und für die Ehre Deutschlands ihr Leben hingaben.
Reinhardt und Peter waren von Freitag bis Dienstag im pausenlosen Einsatz, als guter Geist und liebevolle Seele war Birgit dabei, stets wohlgelaunt und
immer einsatzbereit; der Ablauf hätte nicht besser sein können.
Auf dem Schiff hatten sich über 60 Leute eingefunden, zu den
einzelnen Stationen des Widerstandes sprachen jeweils Freunde
Erklärungen, wenn auch der Schiffsmotor manches übertönte, wir gedachten
der vielen Opfer, die im Kampf gefallen sind. man erfuhr von der
lebensgefährlichen Arbeit der Hamburger Genossen, die unter Lebensgefahr
ihre politischen Widerstand gegen den Nazistaat verrichteten, und von
den hunderten, die dabei der Gestapo in die Hände fielen, hingerichtet
oder in KZ ermordet wurden.
Im Anschluss wurde das Internationale Seemannsheim besucht, die
Teilnehmer wurden vom Leiter begrüsst und zu Respekt vor anderen
Völkern, Rassen und Religionen aufgerufen und eingeladen, im Geist
internationaler Solidarität der Opfer der nationalsozialistischen
Barbarei zu gedenken. Hier war auch die Gedenktafel für den
österreichischen Seemann und Spanienkämpfer Wolf Hoffmann aus Wien, der
1929 Seemann wurde und 1936 zu den Internationalen Brigaden nach Spanien
ging, um den Kampf gegen den Faschismus fortzusetzen.
Peter Schulz gab
eine kurze Biographie des Lebens von Wolf Hoffmann, der 1942 im KZ
Gross Rosen ermordet wurde.
Es folgte ein Besuch auf dem Hamburger Zentralfriedhof an den Gräbern der dort liegenden deutschen Opfer des spanischen Krieges und der im KZ
umgekommenen Spanien-kämpfer, es wurden unsere Kampflieder gesungen und
in kurzen Ansprachen ihrer gedacht.
Zum Abschluss besuchten wir die Gedenkstätte für Ernst Thälmann, der Symbolfigur des unbeugsamen Widerstandes gegen das Naziregime, der 1944, nach zehnjähriger Haft von den Nazis ermordet wurde.
Es waren Tage des solidarischen Gedenkens, der Erinnerung an die Tage der spanischen Republik und der Entschlossenheit, den Kampf für eine friedliche, sozialistische Zukunft fortzusetzen.
Habt Dank für Euren selbstlosen Einsatz, für Eure Freundschaft, für
die Zeit und die Mühen, die Ihr für diese Veranstaltung gewidmet habt!
Salud! Es lebe die internationale Solidarität!
* Dieser Bericht ist vom Bruder, Gert Hoffmann, verfasst. Gert Hoffmann ist 94 Jahre alt und ehemaliger Spanienkämpfer. Sein kämpferisches Leben hat er aufgeschrieben in einem Buch mit dem Titel: „Barcelona – Gurs – Managua: Auf holprigen Straßen durch das 20. Jahrhundert“

