Published on März 3rd, 2011 | by Esitileti296

0

Hier ein paar Redehilfen für den 8. März

Liebe
Rebellen und Freunde, hier eine Redehilfe für einen Beitrag am Mikrofon beim Internationalen Frauentag 2011. Wichtig ist aber, dass ihr
eure konkreten Erfahrungen mit dem Sexismus, der besonderen
Unterdrückung und Ausbeutung von Mädchen, mit der Haltung „hab
ich nichts mit zu tun“ usw. einbringt. Sprecht doch mit mehreren,
und jede(r) sagt frei sein Statement dazu. Aufgabe soll ja sein, dass
die vorbeilaufenden Mädels sich damit identizieren können und so
verstehen was sie mit der Frauenbewegung zu tun haben!

Wenn
eine Rebellin/ein Mädel den Redebeitrag hält:

Hallo!

An
alle jungen Frauen und Mädels: Seid ihr selbstbewusst?
(Kurz
ins Publikum und zu den Passanten schauen. Auf eine junge Frau zu
gehen und sie direkt fragen)
.

Ich
spreche für den Jugendverband REBELL. Bei einer Umfrage, die wir
durchführten antworteten achtzig Prozent auf diese Frage: „Ja,
weil ich meine Meinung sage!“

Herzlichen
Glückwunsch zum Geburtstag – lieber Internationaler Frauentag! Wir
jungen Frauen freuen uns besonders mit dir. Denn nur weil
kämpferische Frauen schon seit 100 Jahren auf die Straße gehen, für
Gleichberechtigung und die Befreiung der Frau, gehen wir Mädels
heute aufrecht durch’s Leben, wissen was wir wollen, erlernen einen
Beruf, sind selbstbewusst und haben viele Träume und Visionen.

Aber
wir haben auch Probleme. Viele Berufe, die wir wählen, sind oft
schlechter bezahlt, z.B. Erzieherin oder Krankenschwester.

Ständig
bekommen wir ein Idealbild vorgesetzt, wie Frau zu sein hat, in das
wir nicht rein passen.

Sexismus
in den Medien bei Musik-Videos, Serien und Werbung ist Alltag. Vieles
dreht sich darum wie wir aussehen, auf andere Wirken, ob wir ihnen
gefallen.

Was
tun?

Grundsätzlich
keine Frauenberufe mehr lernen?

Alle
Zeit, Kraft und alles Geld investieren um zu versuchen das Ideal zu
erfüllen?

Welche
Entscheidung wir Mädchen und Frauen auch individuell treffen – wir
werden diese gesellschaftlichen Probleme nicht individuell lösen!
Die doppelte Ausbeutung und Unterdrückung der Frau, auch von uns
jungen Frauen, ist gesellschaftlich bedingt und kann daher auch nur
gesellschaftlich bekämpft werden. Das kann aber keine für sich
allein, sondern nur organisiert, gemeinsam. Deshalb, liebe Frauen und
Mädels, organisiert euch in der kämpferischen Frauenbewegung.
Bleibt stehen, diskutiert mit uns, macht mit!

Wenn
ein Rebell/ein Junge den Redebeitrag hält:

Hallo,

ich
bin … vom REBELL. Und die erste Frage, die sich vielen von euch
jetzt wahrscheinlich stellt ist: „Was hat ein Mann denn am
Internationalen
Frauentag
zu sagen?“

Erst
einmal: Herzlichen Glückwunsch zum 100. Geburtstag lieber
Internationaler Frauentag! Weil kämpferische Frauen die letzten
hundert Jahre für Gleichberechtigung und die Befreiung der Frau auf
die Straße gegangen sind gehen die Mädels heute aufrecht durch’s
Leben, wissen was sie wollen, erlernen einen Beruf, sind
selbstbewusst und haben viele Träume und Visionen. Viele Kämpfe
haben Frauen und Männer auch zusammen geführt. Für das Wahlrecht
der Frau, hat es in Deutschland z.B. erst eine Revolution gebraucht.
Dabei standen Frauen und Männer Seite an Seite.

Wir
Jungs vom REBELL sind heute mit auf der Straße, weil wir auch für
Gleichberechtigung und die Befreiung der Frau eintreten. Wir kämpfen
vom REBELL für eine lebenswerte Zukunft, für eine Gesellschaft ohne
Ausbeutung und Unterdrückung – den echten Sozialismus. So eine
Gesellschaft lässt sich nur verwirklichen, wenn keiner mehr
ausgebeutet wird – weder Männer noch Frauen.

Eine
Hauptmethode zur Unterdrückung der jungen Frauen ist heute der
Sexismus. Die Mädels sollen sich nur noch damit beschäftigen, wie
sie aussehen, wie sie angkommen und wem sie gefallen. Und auch wir
Jungs werden in typische Männer Rollen gepresst. Der Sexismus soll
Jungs und Mädels spalten, damit wir nicht auf einer Augenhöhe,
gleichberechtigt uns eine lebenswerte Zukunft erkämpfen.

Deshalb
rufen wir alle Mädels auf: Organisiert euch in der kämpferischen
Frauenbewegung. Und alle Jungs und Mädels: Macht mit im REBELL!

Die
Rede vom letzten Jahr kann auch als Hilfe dienen:

Achtung,
Achtung! An alle Jungs und Mädels, Männer und Frauen!

Wir,
vom Jugendverband REBELL fordern euch auf: Kommt her, hört zu,
diskutiert und macht mit!

Besonders
diejenigen von euch, die jetzt denken: „Frauentag? Das ist doch
Schnee von gestern. Heute sind Frauen gleichberechtigt und
selbstbewusst.“

Stimmt.
Wir wissen genau was wir wollen. Wir dürfen Wählen und Arbeiten
gehen. Wir haben ziemlich genaue Vorstellungen von einer
gleichberechtigten Beziehung. Gleichberechtigt sind wir per Gesetz.

Allerdings
– für unser Wahlrecht war eine ganze Revolution notwendig. Dass
wir heute wählen gehen können, verdanken wir der November
Revolution 1918! Viele Dinge, die wir heute für selbstverständlich
halten, wurden von der Frauenbewegung erkämpft. Frauen, wie Rosa
Luxemburg und Clara Zetkin, sind Vorbilder für uns junge Frauen.

Jetzt
denkt der oder die eine von euch vielleicht: „Ok. Aber das ist doch
erledigt.“

Falsch.
Immer noch verdienen Frauen weniger Geld für die gleiche Arbeit wie
Männer. Als junge Frau suchst du dir oft deinen Beruf danach aus, ob
du das später mal mit Familie unter einen Hut bringen kannst. Wenn
wir unseren Blick über Deutschland hinaus heben, gibt es in
Afghanistan die Pflicht der Ehefrauen ihren Ehemännern sexuell zur
Verfügung zu stehen. Also Vergewaltigung per Gesetz. Im Kongo wird
die Vergewaltigung von Frauen und Mädchen als Kriegswaffe
eingesetzt.

In
Deutschland haben wir besonders unter der Jugend das Problem des
Sexismus. Unser Selbstbewusstsein wird tagtäglich vom Schönheitswahn
attackiert. Bei Germany’s Next Topmodel wird dir gezeigt wie Frau zu
sein hat. Schimpfwörter wie „Schlampe“, „Fotze“,
„Flachbrett“ haben Einzug gehalten, vor allem in die
Jugendsprache.

Der
Sexismus hat ein Ziel. Er soll die Jugend spalten, dazu führen, dass
du dich nur noch mit dir selbst und deinem Aussehen beschäftigst.
Natürlich will jeder gut aussehen. In der Pubertät finden wir
heraus, was es heißt ein Mann oder eine Frau zu sein. Aber der
Schönheitswahn macht das zum Mittelpunkt deines Lebens bis zu den
ganz krassen Auswüchsen wie Magersucht und Bullemie.

Der
Sexismus ist von den Herrschenden gewollt. Wir sollen ja nicht auf
die Idee kommen, uns zusammen zu schließen und für unsere Zukunft
zu kämpfen.

Doch
dagegen entwickelt sich Widerstand. Bei Veranstaltungen und Workshops
auf dem Internationalen Pfingstjugendtreffen, auf den Sommercamps vom
REBELL, beim Frauenpolitischen Ratschlag stellen wir fest: junge
Leute wollen sich damit nicht mehr so einfach abfinden. Also – was
tun?

Organisier
dich!“ ist die Devise. Wir junge Frauen und Mädchen werden
gebraucht in der kämpferischen Frauenbewegung. Dafür stehen wir
vom Jugendverband REBELL. Die kämpferische Frauenbewegung und die
Rebellion der Jugend gehören zusammen.

Rebellion
ist gerechtfertigt!

So, nun also viel Erfolg beim 8. März 2011!

Tags:


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back to Top ↑