Published on Februar 17th, 2011 | by Esitileti296
1Wollen wir diese Welt verändern, müssen wir uns auch selbst verändern
17.2.2011 – Auf dem Frauenpolitischen Ratschlag 2010 führte der REBELL einen Workshop für junge Frauen und Mädchen durch. Ein Ergebnis war der folgende Verhaltenskodex:
„Wir Mädchen und jungen Frauen sind die Hälfte des Himmels und dessen Zukunft! Wollen wir diese Welt verändern, müssen wir uns auch selbst verändern. Deshalb verpflichten wir uns:
- Egal ob im Bus, auf der Arbeit, in der Schule oder Familie – wir schauen
nicht weg sondern mischen uns aktiv ein! So tragen wir dazu bei, dass
viele Menschen fertig werden können mit Ideologien der Herrschenden die
desorientieren, desorganisieren und demoralisieren. Wir helfen, Mut zu
fassen, sich zu verändern um zu einer gesellschaftlichen Veränderung
beizutragen. - Wir sind nicht „prüde“ sondern selbst- und frauenbewusst und bekämpfen
deshalb jede Form von Sexismus als Methode der doppelten Ausbeutung und
Unterdrückung! Das bedeutet aber auch, die Wirkung des Sexismus in
unserem eigenen Denken, Fühlen und Handeln zu bekämpfen: So, wenn wir
Sexismus selbst dulden um „locker-lässig“ zu wirken; wenn unsere
Gedanken allzu sehr unserem Aussehen nachhängen oder andere nur danach
beurteilen; nach jeder menschlichen Begegnung darüber nachdenken „Was
denkt er-sie-es jetzt von mir?“ oder uns richtiggehend kaputt machen,
indem wir uns einreden das häßlichste und dümmste Mädchen der Welt zu
sein. Wir sind gerne schön – aber wir können mehr! Wir helfen den
Mädchen in unserem Umfeld, damit fertig zu werden und prägen einen
positiven, selbstbewussten und offenen Umgang und Zusammenhalt
untereinander. Die Mädchen werden erst massenhaft ihre gesellschaftliche
Unterdrückung bekämpfen, wenn sie im Denken, fühlen und handeln damit
fertig geworden sind dass sie das Problem privat lösen können. - Wir entdecken die Lust am Streiten gegen den Frust vom Lästern! Wir
kennen es zu genüge: Bei der einen wird gezickt, bei der anderen schaut
man über Fehler hinweg um es sich „nicht zu verscherzen“, die nächste
ignoriert man vielsagend. Wird man selbst kritisiert gibt es mal das
berühmte „Aber du..!“, mal Heulerei, beleidigt-sein, sich direkt
komplett in Frage zu stellen oder mit Läster-Attacken zu kontern. Sind
wir mal ehrlich: Steckt da nicht oft sehr viel Selbstbeschäftigung drin,
so dass das ursprüngliche Problem – meist halb so schlimm – zu einem
riesigen Monstrum aus Gefühlswallungen und Angst um das eigene Ansehen
anwächst? Wir nehmen uns vor: tief durchatmen, nüchtern nachdenken,
Kritiken und Selbstkritiken offen ansprechen, sie streitlustig bis zu
Ende klären. Ein ätzender Streit spaltet, ein solidarischer Streit
vereint uns! - Wir stehen unsere Frau! Was passiert wenn ich mich im Bus in
Auseinandersetzungen einmische, mich auf einer Betriebsversammlung ans
Mikro stelle oder mich in der Klasse als einzige auf die Seite eines
Mädchens das gemobbt wird stelle? Alle Augen sind auf mich gerichtet –
was passiert danach – was denken die Hirne hinter diesen 20 oder gar
2000 Augenpaaren – meine Knie zittern – jetzt bloß nicht verhaspeln! Ja,
das geht einem schon mal durch den Kopf. Doch: Wie lohnenswert, wenn
der Macho im Bus einen drauf bekommen oder was dazu gelernt hat, die
anderen Busmitfahrer schmunzeln und die Mädels im Bus bestärkt werden
auch ihren Mund aufzumachen. Wie zukunftsträchtig, wenn man als
Arbeiterin im Betrieb als Vorkämpferin gegen die Kapitalisten in
Erscheinung tritt, anstatt sich zu ducken. Wie helfend, den
Klassenzusammenhalt zu entwickeln und möglichst viele Mitschülern zu
prägen, jedem einzelnen das Rückgrat zu stärken und mit klaren Worten
entschlossen kein Mobbing dieser Welt zu dulden!
Nur weil wir uns so verhalten, wird sich die doppelte Ausbeutung und
Unterdrückung der Frauen und Mädchen der Welt nicht in Luft auflösen.
Aber nur wenn wir uns so verhalten, werden wir eine Bewegung mit
Tausenden und Abertausenden schmieden können, die willens, in der Lage,
entschlossen und stark genug ist diese Welt grundlegend von jeder
Ausbeutung und Unterdrückung zu befreien. „
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