Published on Februar 24th, 2011 | by Esitileti296

0

Neues REBELL-Mag!

24.2.2011 – Wir veröffentlichen hier den einleitenden Artikel des neuen Magazins:
Liebe Leserinnen und Leser,
vor einiger Zeit traf ich bei der Montagsdemo gegen HartzIV auf Tini. Tini ist 17 Jahre alt und Auszubildende zur Restaurantfachfrau. Obwohl in einem Luxushotel angestellt, verdient sie weniger als 300 Euro im Monat.

Regelmäßig macht sie Überstunden – eigentlich jeden Tag. In Deutschland
sind höchstens 10 Arbeitsstunden pro Tag erlaubt – Tini arbeitet oft 12,
14, 16 oder mehr. Tini hat nur jedes zweite Wochende frei. Als ein
Vorgesetzter feststellte, dass sie bereits über 200 Überstunden
gesammelt hatte, sagte er: „Das darf doch gar nicht sein!“ – und strich
ihr kurzerhand 100 davon weg. Ein krasses Einzelschicksal?
Ob Tini, die Kellnerin, Jana, die alleinerziehende Studentin, oder
Ann-Kathrin, das Mädchen, dass in der Schule als „Flachbrett“ gehänselt
wird: Die Regierung und die Familienministerin Christina Schröder von
der CDU machen sich lächerlich, wenn sie behaupten, dass in Deutschland
die wesentlichen Fragen der Gleichstellung bereits gelöst seien.
Während Millionen Mädchen und Frauen in der Gastronomie, dem
Einzelhandel oder den Pflege- und Reinigungsberufen oder auch im Studium
kaum von ihrem Geld selbständig leben können, kümmert sich die
Regierung eher um eine Handvoll Karriere-Frauen, die per Quote in den
inneren Zirkel der Mächtigen aufsteigen sollen.
Ob Tini weiß, dass 87 % der Teilzeitarbeitsplätze von Frauen besetzt
werden? Der Niedriglohnsektor ist quasi ein Frauensektor! Kein Wunder
also, dass das Gesamtdurchschnittseinkommen der Frauen bei zwei Drittel
von dem liegt, was Männer im Durchschnitt verdienen. Hinzu kommen
Menschenhandel, Prostitution, Verstümmelung oder die Fremdbestimmtheit
durch den männlichen Vormund in vielen Ländern. All das zeigt: die
besondere Unterdrückung, Diskriminierung und Ausbeutung der Frauen hat
System – weltweit.
Richtig. Ich, der Autor dieses Artikels, bin ein Mann. Der bürgerliche
Sexismus, der von allen Seiten auf mich einprasselt, soll mich dazu
überreden, die besondere Unterdrückung der Frau hinzunehmen und sogar
mitzutragen. Doch der Kampf gegen den Arbeiter als »Lohnsklaven« und die
Frau als bloßes »Sexobjekt« ist ein gemeinsamer Kampf mit einem Ziel!
Genau davon soll es ablenken, wenn Jungen und besonders Mädchen sich nur
um sich selbst drehen sollen, wie sie ankommen, ob sie gefallen usw..
Die schönsten Frauen sind aber rebellische Frauen! Ohne eine befreite
Frau wird es keine befreite Gesellschaft geben – für niemanden!
Eine Frauenbewegung, die kampfeslustig die Herrschenden als Nutznießer
der doppelten Ausbeutung und Unterdrückung der Frauen angreift, wollen
wir besonders zum 100. Jahrestag des internationalen Tags des Kampfs um
die Befreiung der Frau auf die Straße tragen.
Vielleicht wird auch Tini sich dieser Bewegung anschließen, und sich und
ihre KollegInnen im Hotel in der Gewerkschaft organisieren. Vielleicht
erkennt sie dann auch, dass der Sozialismus der einzige Ausweg aus der
besonderen Unterdrükkung der Frau ist. Das hängt vor allem davon ab, ob
wir Rebellen sie davon überzeugen. Kein Wunder also, dass Frau Schröder
sich lieber darum kümmert, dass Millionen Steuergelder in den Kampf
gegen den „Linksextremismus“ fließen statt in die Frauenförderung.
Machen wir der Ministerin einen Strich durch die Rechnung. Am 8. März raus auf die Straße« Olli


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back to Top ↑