Published on September 23rd, 2010 | by Esitileti296

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„Gegenprogramm zu DSDS & Co“

Interview mit Julia Scheller von der Verbandsleitung des REBELL zur Vorbereitung des Songcontests „Go for Venezuela -unser Talent für die Weltfrauenkonferenz!“

Hallo Julia. Wie ist der aktuelle Stand der Vorbereitung des Songcontest?
Inzwischen haben wir 16 Anmeldungen. Vor und in Schulen, bei Freundinnen, bei Kollegen und Kolleginnen wird die Idee begeistert aufgegriffen…


Man merkt, wie gerne Mädchen für so etwas üben, singen, zusammen was auf
die Beine stellen. Auch, weil dieser Songcontest nicht einer unter
vielen ist, sondern ein Gegenprogramm zu „Deutschland sucht den
Superstar“&Co. Dieser Songcontest kommt genau richtig, weil er die
Möglichkeit bietet eine eigene, rebellische Kultur zu entwickeln, ohne
Starallüren und Modekult.

Sicher gibt es auch noch einige Fragen, die manche noch von der
konkreten Anmeldung abhalten. Zum Beispiel: Wie kann man das Geld
aufbringen für den Teilnehmerbeitrag

Das ist eine sehr wichtige Frage. Vom REBELL haben wir damit viel
Erfahrung. Wir verdienen uns zum Beispiel Teile des Geldes für unser
Sommercamp immer selbst. Die Rebellen aus Essen hatten die gute Idee,
einfach in der Einkaufsstraße aufzutreten. Dabei kann man dann gleich
noch üben und seine Publikumswirkung testen.

Kannst du uns noch mal erklären, warum keine Jungs auf die Bühne dürfen?
Widerspricht das nicht dem Anspruch auf Gleichberechtigung?

Natürlich sind wir für für Gleichberechtigung. Und gerade deshalb haben
wir auch diese Entscheidung getroffen. Junge Frauen und Mädchen sollen
von klein auf in eine Rolle gesteckt werden: sei hübsch, süß und sexy,
such dir deinen Beruf so aus, dass du ihn später mit einer Familie unter
den Hut bekommst, sei nicht verklemmt, sei keine Schlampe, sei nicht zu
selbstbewusst, sonst kriegst du keinen Mann. Besonders der Sexismus
setzt Mädchen schon sehr früh unter Druck und macht ihr
Selbstbewusstsein kaputt. Das lassen Mädchen auch nicht einfach so mit
sich machen, aber es verunsichert viele. Bei diesem Songcontest sollen
Mädchen auf die Bühne, zeigen was sie können, sagen was sie bewegt, wie
sie sich die Welt wünschen und was sie dafür tun, daraus Mut und
Selbstbewusstsein schöpfen. Jungs sollen sich ebenfalls damit und dem
Kampf um die Befreiung der Frau auseinander setzen und das praktisch
unterstützen, z.B. als Coach. Es gibt z.B. weniger Mädchen, die Gitarre
und Schlagzeug spielen, als Jungs.


Nun noch ein paar konkrete Fragen:



Darf auch auf Englisch oder in einer anderen Sprache gesungen werden?

Ja. Allerdings sollte dann zu Beginn kurz gesagt werden, um was es im
dem Lied geht. Denn nicht jeder versteht eine andere Sprache und der
Inhalt des Lieds wird ja auch bewertet.


Womit wir schon bei der nächsten Frage wären. Wie sind überhaupt die Bewertungskriterien?

Dafür gibt es folgende 4 Punkte:
Eure „Botschaft“: Wie wird die Zielsetzung „Unsere Träume und Sehnsüchte
für eine lebenswerte Zukunft – unsere Rebellion, unsere Sorgen, unsere
Liebe und Lebensfreude, unser Selbstwertgefühl, unsere Zukunft und was
uns bewegt.
“ verwirklicht? Der Songcontest fördert eine Kultur, die der
Rebellion der Jugend für eine lebenswerte Zukunft dient und
Selbstbewusstsein gibt.
Eure Ausstrahlung: selbstbewusst, natürlich, pfiffig,  ergreifend. Wie tretet ihr auf?
Euer Sound: Trefft ihr beim Singen den Ton, verspielt ihr euch nicht auf dem Instrument, könnt ihr den Text auswendig…
Eure Kreativität: ist der Text selbst geschrieben, spielt ihr die Musik live, tanzt ihr dazu usw.


Welche Möglichkeiten gibt es denn, Bonus-Punkte zu ergattern?

Zum Beispiel kann zum Lied gleichzeitig getanzt werden. So können auch
Mädchen einbezogen werden, die lieber Tanzen statt Singen. Im
Hintergrund können über einen Beamer Bilder oder ein Film abgespielt
werden. Sehr gut sind selbst geschriebene Lieder, weil sie eine
selbständige Auseinandersetzung mit dem Thema widerspiegeln. Eurer
Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Kann man zwei Mal auftreten, zum Beispiel einmal als Solo Künstler und einmal in einer Gruppe?
Nein. Das wäre ungerecht, weil damit die Chance zu gewinnen ja größer wird.

Das hört sich ja sehr spannend an. Wir sind auf weitere Berichte gespannt. Bis zum nächsten Mal.

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