Published on März 31st, 2010 | by Esitileti296

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Ngoma – Geschichte eines Mädchens aus dem Kongo

Hallo, mein Name ist Ngoma. Ich bin zehn Jahre und wohne in Mbuji-Mayi. Das ist eine große Stadt im Kongo. Der Kongo ist ein riesiges Land. Er liegt im Herzen von Afrika.
Meine Eltern, meine neun Geschwistern und ich leben in einer Hütte mit 2 Zimmern. Da ist ganz schön eng. 


Aber mein Vater schläft schon lange nicht mehr bei uns. Er hat keine
Arbeit gefunden. Jetzt ist er in einer anderen Stadt als Bauarbeiter.
Dafür bekommt er nicht so viel Geld, deshalb müssen auch wir Kinder
arbeiten.
Mein Bruder Khawa ist zwölf und arbeitet in einem Bergwerk. Er holt
Diamanten aus der Erde. Er kriecht in ein schmales Loch. Ein Erwachsener
würde gar nicht hinein kommen. Darum werden Kinder eingesetzt. Die
Arbeit ist anstrengend und gefährlich. Im Stollen ist es dunkel und heiß
und die Luft stinkt faulig. Die Kinder haben die Löcher selbst
gegraben, sie können jederzeit einstürzen. Das Geld, das Khawa verdient,
gibt er meiner Mutter, damit sie dafür Essen kaufen kann.
Weil ich schon so groß bin, kann ich auch für unsere Familie sorgen.
Morgens stehe ich um 5 Uhr auf und hole mit zwei Kanistern Wasser vom
öffentlichen Wassertank. Ihr müsst wissen, bei uns hat fast keine
Familie fließendes Wasser. Und das obwohl es im Kongo 20% der
Trinkwasserreserven der Welt gibt. Ich fülle die Kanister immer ganz
voll. Dann sind sie fast doppelt so schwer wie mein kleiner Bruder
Lokwa. Aber ich muss nicht so oft laufen. Das dauert nämlich eine halbe
Stunde bis zum Wassertank. Manchmal würde ich aber gerne ein bisschen
länger schlafen.
Meine Mutter ist seit 4 Uhr wach. Sie ist mit meiner älteren Schwester
Sona auf den Großmarkt gegangen. Dort kaufen sie Obst und Gemüse, das
wir mittags im Viertel weiterverkaufen.
Die beiden sind noch unterwegs, also wecke ich meine jüngeren
Geschwister und wir frühstücken zusammen. Es gibt Brot mit Margarine und
Tee. Wenn wir kein Geld für Margarine haben, gibt es nur trockenes Brot
mit Tee. Nach dem Frühstück räumen wir zusammen die Hütte auf.
Lokwa ist 7 Monate alt. Ich binde ihn mir mit der Divunga auf den
Rücken. Die Divunga ist ein Wickeltuch. Lokwa mag die schaukelnden
Bewegungen wenn ich aufräume und ich habe die Hände frei. Er ist so süß!

Viel später kommen meine Mutter und meine Schwester zurück. Im Kongo
gibt es kaum richtige Straßen. Autos haben sowieso nur ganz wenige
Leute. Wir haben auch keines. Deshalb brauchen sie so lange.
Eigentlich wäre es jetzt Zeit für die Schule. Aber sie fällt seit 2
Monaten aus. Die Regierung bezahlt die Lehrern nicht mehr, deshalb haben
sie gestreikt. Das hat der Regierung überhaupt nicht gepasst und sie
hat zu den Soldaten gesagt, dass sie auf die Lehrer schießen sollen,
wenn sie nicht wieder arbeiten. Dabei gab es Verletzte und sogar Tote.
Die Eltern müssen nun selbst die Lehrer bezahlen. Meine Mutter ist ganz
schön traurig und wütend, dass wir nicht mehr in die Schule können. Sie
möchte so gern, dass wir lesen und rechnen lernen. Sie hat den Lehrern
beim Streik geholfen. Mit anderen Müttern zusammen hat sie die
Streikenden mit Essen versorgt. Wir Kinder waren auch dabei. Es geht ja
um unsere Zukunft.
Meine Schwester verkauft mit meiner Mutter das Obst und Gemüse. Sie
sitzen bis spät abends am Straßenrand. Die anderen Leute haben auch kein
Geld. Ihr könnt euch denken, wie viel sie kaufen. Ich passe solange auf
meine jüngeren Geschwister auf. Wir kümmern uns um den kleinen Garten
vor der Hütte. Hier bauen wir Gemüse an. Das Beet muss umgegraben und
gejätet werden. Das Gemüse muss geerntet und Neues eingesät werden.
Abends tut mir dann der Rücken weh.
Danach gehen wir zum Fluss, Wäsche waschen. Dort treffe ich  Freundinnen
mit ihrer Wäsche. Wir unterhalten uns und es gibt viel zu lachen. Zum
Beispiel über meinen Bruder – der ist nämlich in meine Freundin Thilor
verknallt.
Wenn meine Mutter nach Hause kommt, wird gekocht. Es gibt einen Eintopf
mit Manjokgemüse. Fleisch oder Fisch gibt es bei uns nie.
Nach dem Essen sind alle müde. Dann legen wir uns auf unsere Matten und
schlafen gleich ein.
Manchmal trifft sich meine Mutter noch mit anderen Frauen. Sie erzählen
sich dann von ihrem Tag und beraten, was sie gemeinsam gegen die
Probleme im Kongo tun können. Wenn wir nicht zu müde sind, setzen wir
mit Freunden dabei und unterhalten uns. Wir singen Lieder und trommeln.
Diese Abende liebe ich!


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2 Responses to Ngoma – Geschichte eines Mädchens aus dem Kongo

  1. Dollie says:

    I read your post and wished I’d wrtietn it

  2. RI-Providence, The story of Smith & Nephew is one about people—inextricably linked to patients and to each other through a shared purpose of helping improve people’s lives. As a global medical device company, we focus on repairing and healing the human body by developing and marketing innovative products in three medical specialties: Orthopaedics, Endoscopy and Advanced Wound Management This position is in our A Was this answer helpful?

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