Published on Dezember 21st, 2009 | by Esitileti296

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Stuttgarter Studenten solidarisch mit Daimler-Kollegen

„Ihr kämpft auch für unsere künftigen Arbeitsplätze“, schreiben die Studenten, die in Stuttgart im Rahmen der Bildungsproteste einen Hörsaal besetzt halten. Sie schickten den Sindelfinger Daimler-Kollegen folgende Solidaritätsadresse:

„Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit großer Empörung haben wir von den Plänen des Daimler-Managements erfahren, die Produktion der C-Klasse aus Sindelfingen weg zu verlagern. Ebenso groß wie unsere Empörung darüber ist unsere Freude über Eure Proteste seit letzter Woche dagegen… 


Besonders wichtig für uns ist, dass
ihr den Erhalt aller Arbeitsplätze fordert. Denn wenn die
Konzernleitung euch verspricht, persönlich Ersatzarbeitsplätze zu
erhalten, wären die Arbeitsplätze für die Beschäftigten von morgen,
also für die SchülerInnen und Studierenden von heute, trotzdem verloren.




Deshab kämpft ihr auch für unsere
künftigen Arbeitsplätze und ebenso für den Erhalt von Praktikaplätzen
etc. während unserem Studium. Wir haben jetzt schon seit über drei
Wochen den größten Hörsaal auf dem Campus Stadtmitte der Uni Stuttgart
besetzt. Nach verschiedenen Bildungsprotesten der letzten Jahre,
zuletzt einer Streikwoche im Juni, sind wir zu dem Schluss gekommen,
dass wir neue Aktionsformen entwickeln müssen, wenn wir Druck zur
Erreichung unserer Forderungen machen wollen.




Dabei haben wir die Erfahrung
gemacht, dass wir, wenn wir entschlossen und solidarisch sind und für
Ziele einstehen, die die Sympathien der Öffentlichkeit genießen, auch
die wochenlange Duldung von Protestformen durch die Unileitung
erreichen können, die vom Gesetz zumindest nicht vorgesehen sind. Wir
kämpfen für die Abschaffung aller Studiengebühren, gegen die
Verschlechterung und Verschulung des Studiums durch die Einführung von
Bachelor- und Masterstudiengängen, gegen den Kahlschlag bei den
Geistes- und Sozialwissenschaften und für eine Demokratisierung der
Universität.




Zu diesem letzten Punkt gehört auch
die Forderung nach der Abschaffung des Unirats, der vor wenigen Jahren
als eine Art Aufsichtsrat und höchstes Entscheidungsgremium der Uni
eingeführt wurde und in dem mehrheitlich externe Vertreter über das
Schicksal der Universität entscheiden. Zu den Mitgliedern des Unirats
gehört auch Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der Daimler AG, und von
daher haben wir auch ganz direkt gemeinsame Gegner.




Die Bewegung der Hörsaalbesetzungen
an den Hochschulen begann im Oktober in Österreich. Dort gab es schon
in den ersten Tagen gemeinsame Demonstrationen mit MetallerInnen, die
damals gerade in einer Tarifrunde standen. Wir würden uns freuen, wenn
wir auch hier in der Region demnächst gemeinsam auf die Straße gehen
würden.




Das besetzende Kollektiv“ 

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