Published on Januar 16th, 2009 | by Esitileti296

0

Bericht von der LLL-Demo

(dokumentiert von www.rf-news.de)
Die traditionell am zweiten Sonntag im Januar stattfindende Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Berlin verzeichnete in diesem Jahr trotz eisiger Kälte einen Besucherrekord. Über 10.000 Menschen nahmen nach offiziellen Angaben an dem Umzug zum Friedhof der Sozialisten teil, deutlich mehr als in den letzten Jahren. Gedacht wurde Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts, die vor genau 90 Jahren, am 15. Januar 1919, ermordet worden waren, und Lenins, der die erste erfolgreiche proletarische Revolution der Menschheit in Russland angeführt hatte, und an den Folgen eines Attentats verstarb.

Prägend für die kämpferische Demonstration waren die vielen jungen
Teilnehmer. Kernthema war mehr denn je der Sozialismus als Perspektive
zum offensichtlich krisengeschüttelten imperialistischen System.
Überall sichtbar im Demonstrationszug war der Protest gegen das
fortdauernde Massaker der israelischen Regierung am palästinensischen
Volk im Gazastreifen. Die MLPD verurteilt den Angriff auf das
palästinensische Volk und Andrew Schlüter, Landesvorsitzender der MLPD
Nord/Ost, erklärte auf der Abschlusskundgebung die uneingeschränkte
Solidarität mit dem berechtigten Befreiungskampf.

„Noch 1989, nach dem Sturm auf die Berliner Mauer, sprachen die
Herrschenden vom Ende der Geschichte und dem Kapitalismus als
endgültiger Gesellschaftsform“, so Peter Weispfenning vom ZK der MLPD
in einer Kurzrede während der Demonstration. „Heute ist der
Kapitalismus das Unwort des Jahres. So hat sich die Stimmung gewandelt.“

LLL-Demo 2009 2Bei strahlendem Sonnenschein zog der Demonstrationszug,
die „Internationale“ singend, zum Vorplatz des Friedhofs der
Sozialisten, wo auch die Kundgebung der MLPD stattfand. Mindestens
80.000 Menschen nahmen dort an dem stillen Gedenken für die großen
Revolutionäre teil. Auch Peter Sodann, Kandidat der Linken für das Amt
des Bundespräsidenten, war gekommen.

Die Wochenzeitung der MLPD, die Rote Fahne, war dort in kürzester Zeit
ausverkauft. Das Buch „Lehren aus dem Aufbau des Sozialismus“ wurde am
meisten verkauft. 220 Unterstützungsunterschriften wurden für die
Zulassung der MLPD zur Bundestagswahl 2009 gesammelt. In vielen
Gesprächen wurde deutlich, dass die Unterschrift für die Wahlzulassung
der MLPD auch aufgrund großer Kritik am Kurs der Linkspartei gegeben
wurde.

Bei der Kundgebung, an der 350 bis 400 Menschen teilnahmen, bedankte
sich ein Redner stellvertretend für eine Gruppe von 40 Mitgliedern der
Revolutionären Kommunistischen Jugend Norwegens für die
Gastfreundschaft von MLPD und Rebell. Die jungen Gäste, einige gerade
erst 12 Jahre alt, waren für diese größte Demonstration für den
Sozialismus Europas extra angereist. Die Jugendlichen, die sich für den
Aufbau einer echten revolutionären Arbeiterpartei engagieren, erlebten
ein begeisterndes Wochenende, so ihr Fazit.

Echte Vorbilder für die Jugend

LLL-Demo 2009 3Rosa und Karl, dass sind echte Vorbilder für die Jugend,
hieß es in der Rede von Martina Stalleicken von der Verbandsleitung des
Jugendverbands REBELL am Vorabend auf einer Veranstaltung, wo circa 200
Besucher, rund zwei Drittel davon Jugendliche, gezählt wurden. „Jammern
gab es bei ihr nicht. Selbst als sie vor der Novemberrevolution im
Gefängnis saß, sorgte sie sich vor allem um ihre Genossen und ärgerte
sich, dass sie selbst nicht mitkämpfen konnte“, erfuhren die
interessierten Zuhörer über Rosa. Und Karl Liebknecht? Der trat
energisch gegen die militaristische Verhetzung, aber auch gegen die
Verhätschelung der Jugend auf, der man kein „Schlaf Kindchen schlaf“
singen könne. Rosa und Karl waren auch in der Lage, aus ihren Fehlern
zu lernen. Sie erkannten, dass der zu späte Aufbau einer
bolschewistischen Partei der entscheidende Grund war, dass die deutsche
Novemberrevolution scheiterte. Das war der MLPD Ansporn, in den
Anstrengungen für den Parteiaufbau nie nachzulassen, so die Rednerin
weiter.
„Es war toll, was wir alles gelernt haben“, so ein Rotfuchs. Bei einer
Stadtralley waren Kinder und Jugendliche auf den Spuren der
Novemberrevolution in Gruppen quer durch Berlin unterwegs gewesen, und
hatten dazu Aufgaben zu lösen. „Es war gemein, dass die Soldaten auf
die Arbeiter und Matrosen geschossen haben. Und es war gut, dass sie
zurückgeschossen haben“, so der Rotfuchs.

Tags:


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back to Top ↑