Published on Mai 13th, 2008 | by Esitileti296

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Zukunftsmusik – Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2011

Ulja (blond, im Hintergrund)Ulja Schweitzer aus Köln ist junge Arbeiterin und in den „Kämpferischen Frauenrat“ gewählt. Im März war sie mit einer Delegation in Venezuela um etwas sehr Neues, die Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen vorzubereiten. Wir haben sie zu ihren persönlichen Erfahrungen befragt.

Redaktion:

Hallo Ulja, du bist Mitglied im „Kämpferischen Frauenrat“, der die Umsetzung der Beschlüsse zwischen den Frauenpolitischen Ratschlägen koordiniert und organisiert. Was ist die Idee der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen?

Ulja:
Der 7. Frauenpolitische Ratschlag 2006 hat diese Idee ins Leben gerufen und beschlossen, sich an den Präsidenten Venezuelas, Hugo Chavez, zu wenden mit der Frage, ob sie 2011 in Venezuela stattfinden könnte. Es gibt ein großes Bedürfnis danach, dass sich Basisfrauen aus der ganzen Welt treffen, ihre Erfahrungen im Kampf um eine lebenswerte Zukunft und die Befreiung der Frau austauschen und Beschlüsse für die Weltfrauenbewegung fassen. 


Was ist mit „Basisfrauen“ gemeint?
Aktive Frauen und Mädchen aus allen Kontinenten, Arbeiterinnen,
Bäuerinnen, Migrantinnen, arbeitslose Frauen, Hausfrauen, Frauen der
Ureinwohner-Völker, Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen,
Schülerinnen und Studentinnen.

Wie ging es nach dem 7. Frauenpolitischen Ratschlag mit der Idee weiter?
Wir haben im letzten Sommer Freunde der Organisation „Gayones“ aus
Venezuela für die Idee gewonnen: Ob sie so etwas für realistisch
halten? – „Claro, que sí! (Na klar!)“ war ihre Antwort. Also beschloss
das 2. bundesweite Vorbereitungstreffen des Frauenpolitischen
Ratschlags letzten November eine Delegation, die eine Reise nach
Venezuela zu einer ersten „Initiatorinnenkonferenz“ machen sollte.
Anfang März ging es los…


Was habt ihr in Venezuela erlebt?
Venezuela ist ein Land im Aufbruch! Das Volk, gerade die Frauen und
Jugend, sind begeistert von der Vorstellung, in einem sozialistischen
Land zu leben – auch wenn es noch sehr unterschiedliche Einschätzungen
davon gibt, was das genau heißt. Es werden von der Regierung Chavez
Reformen zum Wohle des Volkes angepackt und die Massen dafür
mobilisiert. Zum Beispiel ein System der Gesundheitsversorgung und
–erziehung aufzubauen, finanziert durch die Profite der Ölindustrie,
die verstaatlicht wurde. Private Ärzte sind für die Masse der
Bevölkerung viel zu teuer – also werden tausende ehrenamtliche Helfer
ausgebildet durch die Unterstützung kubanischer Ärzte. Gleichzeitig
sind die Betriebe der internationalen Großkonzerne in Venezuela nicht
enteignet oder verstaatlicht worden. Hier gehen die ArbeiterInnen nach
wie vor für wenig Lohn arbeiten.

Chavez ist sehr fortschrittlich und die Idee der Weltfrauenkonferenz
der Basisfrauen stößt auch in Regierungskreisen auf Unterstützung, ohne
dass wir es in ihre Hände legen. Getragen wird die Idee von der
Frauenbewegung „Ana Soto“, eine starke Kraft, die die
Weltfrauenkonferenz zu ihrer Sache gemacht hat.


Wer trägt dieses Projekt bisher außer euch mit?
Neben den Frauen von „Ana Soto“ aus Venezuela war eine Delegation aus
Ecuador bei der Reise dabei, Cecilia und Elena von der „Confemec“.
Ebenso war Susana von der PCR Argentinien dabei. Wir haben in einem
spannenden, sehr lehrreichen, aber auch anstrengendem
Diskussionsprozess einen Aufruf erstellt, Grundsätze für die
Vorbereitung und Durchführung und einen Prozessplan beraten. Eine
wichtige Frage war z.B., ob wir vor allem revolutionäre Frauen
ansprechen oder alle Frauen der Welt, egal ob Arbeiterin oder
Parlamentsfrau, und wie es gelingen kann, dass die Basisfrauen diese
Konferenz prägen. Unsere Delegation hat dabei ein Fingerspitzengefühl
erlernt, dass wir die günstigen Bedingungen für nationale
Vorbereitungstreffen in Deutschland nicht auf andere Länder übertragen
können – das wird z.B. bei den Basisfrauen aus Afrika  anders
organisiert werden müssen. Die anderen Delegationen haben vielleicht
Vertrauen gelernt, dass wir auch mit Frauen aus der Regierung
zusammenarbeiten können, ohne dass sie uns die Eigenständigkeit nehmen
und den Takt diktieren. Ich habe richtig gemerkt, dass über
Ländergrenzen hinweg ein demokratischer Prozess der Meinungsbildung und
Beschlussfassung auf gleicher Augenhöhe aller Beteiligten stattfinden
kann. Das ist eine Art Beispiel für eine „Weltdemokratie“, die da in
Ansätzen entsteht! Und jede Basisfrau kann sich daran beteiligen – auch
ihr!  Das wird vor allem über die Homepage www.weltfrauenkonferenz.de
organisiert. .
Bei der Weltfrauenkonferenz sollen stimmberechtigte Delegierte aus
allen Ländern Beschlüsse auf einer Generalversammlung fällen können.
Das ist die erste Säule des Weltfrauenkonferenz. Die zweite besteht in
der massenhaften offenen Beteiligung von Einzelfrauen und
Frauenorganisationen, die ein breites Rahmenprogramm mit
Veranstaltungen, Foren, Workshops und Kulturbeiträgen vorbereiten,
durchführen oder daran teilnehmen können.


Das hört sich begeisternd an. Gibt es schon viele Mitstreiterinnen?
Die Frauenbewegungen in Venezuela, Argentinien und Ecuador haben großen
Zulauf. Ana Soto wurde erst Anfang Februar gegründet und hat schon
hunderte, vielleicht tausende Frauen aufgenommen – besonders viele
junge. Eine ihrer Losungen ist „Frauen: Doppelt ausgebeutet – doppelt
revolutionär“ Elena ist mit ihren 24 Jahren gerade zur Präsidentin der
„Confemec“ gewählt worden. Mir zeigt das, dass wir auch unser
Frauenbewusstsein unter Mädchen und jungen Frauen in Deutschland
fördern müssen. Bei uns bewirken die Medien bei Vielen Hemmungen, weil
sie aufgesetzten Schönheitsidealen nicht entsprechen. Denen kann ich
nur von den Venezuelanerinnen berichten, die sich keine Sorgen machen
um ein paar Pfunde mehr oder weniger! Frei nach dem Motto „Wer
Rundungen hat, zeigt sie auch!“


Wo können wir die weitere Vorbereitung verfolgen und uns beteiligen?
Auf der Homepage www.weltfrauenkonferenz.de
könnt ihr die Entwicklung der Vorbereitung verfolgen und euch als
Unterstützerinnen melden. Dort findet ihr auch das Reisetagebuch
unserer Delegation und alle Dokumente. Also Mädels, macht mit!


Alle Infos zum Frauenpolitischen Ratschlag auf www.frauenpolitischerratschlag.de

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One Response to Zukunftsmusik – Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2011

  1. Saki says:

    It’s spooky how clever some ppl are. Thkans!

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