Published on Januar 20th, 2008 | by Esitileti296

0

Solidaritätserklärung Nokia


Solidaritätserklärung des Jugendverbands REBELL, 19.1.08

An die Belegschaft und den Betriebsrat von Nokia/Bochum
An die IG Metall Bochum mit der bitte um Veröffentlichung auf der Homepage

Jugend braucht Zukunft – die Schließung muss vom Tisch!

Liebe Beschäftigte bei Nokia in Bochum!

Auch wir haben mit Empörung vom Beschluss des Nokia-Vorstands erfahren, Euer Werk zu schließen, weil in Osteuropa mit Subventionen ein noch moderneres Werk aufgebaut werden soll. Die Art und Weise, mit der dies geschah, ist kalt berechnend und menschenverachtend.


Diese Provokation war mit Sicherheit erst mal ein Schock für Euch. Doch wir müssen die Trauer in Wut und Widerstand verwandeln – denn hier geht es um Tausende Arbeitsplätze in der Region, und nicht zuletzt die Frage wo und wie wir Kinder und Jugendlichen morgen noch arbeiten sollen. Rechtlose Leihsklaven und Wanderarbeiter – soll das unsere Zukunft sein? So hört es sich an, wenn Rüttgers davon spricht, das wir in Deutschland genauso „günstig“ werden müssen, wie die Arbeiter in Ungarn und Rumänien. Als würden die Arbeiter „kosten“! Wer hat denn die Milliardengewinne erwirtschaftet, wenn nicht ihr und andere Belegschaften, die sich denselben Angriffen ausgesetzt sehen?

Es gibt genug Reichtum, damit alle menschenwürdig leben können. Doch das Streben nach Maximalprofit steht dem im Weg. Das darf nicht hingenommen werden! Das Ruhrgebiet steht auf Eurer Seite! Wir werden alles unternehmen, um diesen Kampf unter den Jugendlichen und Kindern bekannt zu machen und die Solidarität zu organisieren. Jung und Alt gemeinsam – das ist wie ein Motor im Kampf für eine gerechte Welt! Wir finden es wichtig, das die Auszubildenden von Anfang an in die Auseinandersetzung einbezogen werden, denn auch das Kämpfen will gelernt sein und ist als Teil der Ausbildung wichtig für das weitere Leben.

Kämpfen – das hört sich oft leicht an. Scheinbar kümmern sich ja jetzt alle Politiker darum. Also alles in besten Händen? Klar – jede Hilfe ist wichtig. Doch muss man die Motive hinterfragen, wenn es die gleichen Politiker bzw. ihre Parteien sind, die in Berlin oder Brüssel die Gesetze verabschieden, die solche Manöver wie das von Nokia überhaupt erst möglich machen. Und die aus ähnlichen „Kostengründen“ radikal Gelder für die Kinder- und Jugendeinrichtungen kürzen.

Diesen Kampf könnt Ihr nur selber in die Hand nehmen und führen. So lange Ihr produziert, trefft Ihr den Vorstand mit einem Streik da, wo es weh tut! Mit den Erfahrungen von BenQ, mit Opel und anderen Belegschaften im Revier, mit dem Mitgefühl und der Solidarität der Menschen in ganz Deutschland und international an Eurer Seite baut Ihr auf allen Kämpfen auf, in denen laut gesagt wurde: „Nicht mit uns! So kann es nicht weitergehen!“ Wir, der REBELL, sind der Jugendverband der MLPD (Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands). Wir werden gemeinsam einen Beitrag dazu leisten die Solidarität unter der Jugend und in anderen Betrieben zu organisieren!

Wie Ihr Euch auch entscheidet, unsere Unterstützung habt Ihr. Haltet uns auf dem Laufenden!

Mit herzlichen und rebellischen Grüßen,
i.A. Hannes von Pentz, Mitglied der Verbandsleitung REBELL

Tags:


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back to Top ↑