Published on Mai 10th, 2007 | by Esitileti296

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Was wir alleine nicht schaffen – das schaffen wir dann zusammen!

10.05.2007 („Rebell“-Magazin 02/2007): Ich weiss noch selber wie das in meiner Ausbildungszeit war. Wir Azubis sind immer mit zu den Aktionen vor das Tor raus, und irgendwie war es auch ein gutes Gefühl mit den älteren Kollegen gemeinsam dort zu stehen. Oft wurden wir von den Kollegen herzlich begrüßt, und besonders wenn wir selber Schilder und Transparente gemalt hatten, waren sie, glaube ich, teilweise richtig Stolz auf uns.

In der aktuellen Tarifrunde war das nicht anders. Gemeinsam, Jung und
Alt kämpften für höhere Löhne. In Baden-Württemberg wurde außerdem gefordert, dass die Kapitalisten die Studiengebühren für die Studenten an Berufsakademien übernehmen. Positiv ist auch, dass zum Beispiel der
Ortsjugendausschuss der IG-Metall in Nürnberg beschlossen hat, dieses Jahr keine reinen Jugend-Aktionen zu machen, sondern sich an den Warnstreiks der »Älteren« zu beteiligen.

Warum denn nicht die Ideen der Jugend und Erfahrung der Alten gemeinsam einbringen?! Klar, wir haben oft neue Vorschläge und Formen im Kopf, wie man kämpfen soll. Doch das reicht für einen Kampf noch lange nicht aus. So sind es doch die erfahrenen Arbeiter, die, wenn sie streiken, die volle Kampfkraft in ihrer Hand haben. Da muss man auch bereit sein von den Älteren zu lernen. Inzwischen bin ich ausgelernt und arbeite in der Produktion. Dort ist es aber auch nicht immer selbstverständlich für die Kollegen, die Kampfeineinheit mit den Azubis zu suchen.

Dies zeigt auch die Auseinandersetzung um den neuen Entgeltrahmentarifvertrag »ERA«. Die Kapitalisten wollen ERA nutzen um die Kollegen, und vor allem diejenigen, die noch kommen, abzugruppieren und weniger zu zahlen. Oft wurde zwar durch Proteste, Kundgebungen und Streiks erfolgreich verhindert, dass sofort abgruppiert wird und der »Besitzstand« gehalten wird. Aber damit wurde gleichzeitig akzeptiert, dass bei der nächsten
Generation gespart wird.

In meinem Betrieb werden alle, die nach 2004 eingestellt wurden oder werden, zukünftig dank ERA nie mehr auf die jetzigen Löhne kommen. Das bedeutet also, wenn ein ausgelernter Azubi neben mir arbeitet und das Gleiche tut wie ich, bekommt er trotzdem weniger. Soll das zukunftsweisend sein? Nein, da haben wir wohl noch
einige Schlachten zu schlagen. Aber eins ist klar. Wir dürfen uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Gemeinsam können wir alles schaffen. Also, nur keine Scheu!


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