Published on Mai 10th, 2007 | by Esitileti296

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Erfolgreicher 8. Verbandsdelegiertentag des REBELL

10.05.2007 („Rebell“-Magazin 02/2007): Was wir uns vorgenommen haben: Drei Mitglieder der neuen Verbandsleitung im Gespräch

Martina Stalleicken,
28 Jahre, Essen
Johannes Brückner,
27 Jahre, Mannheim
Julia Oechsle,
24 Jahre, Stuttgart

Vor kurzem fand der 8. Verbandsdelegiertentag (VDT) des REBELL statt. Welche Bedeutung hatte er?
Julia: Wir sind der Jugendverband der MLPD und organisatorisch selbstständig. Der VDT findet alle 2 Jahre statt und ist das höchste Organ im REBELL. Die Verbandsleitung gab 5 Monate vorher einen Rechenschaftsberichtsentwurf heraus, in dem sie über ihre Tätigkeit Rechenschaft ablegte. Dieser Bericht wurde im ganzen Verband intensiv diskutiert und viele Anträge zu seiner Verbesserung gestellt.

Martina: Wir hatten auf dem VDT eine sehr lebendige Diskussion über unsere Kleinarbeit in den letzten 2 Jahren. Das war eine kritisch-selbstkritische Bestandsaufnahme. Wir haben überlegt, wie wir die Rebellion und uns verändern wollen. Die Delegierten sprudelten geradezu. So wurde berichtet vom Übernahmekampf bei Opel, vom Streik der Airbus-Kollegen und bei Panasonic in Esslingen. Dabei zeigte sich, wie der REBELL schon heute und in Zukunft immer mehr gefordert sein wird, in diesen Kämpfen praktische Avantgarde zu sein, für die Einheit von Jung und Alt einzutreten, sich aber auch von einem Streik erziehen zu lassen.

Johannes: Der VDT musste aber auch herausarbeiten, welche neuen Herausforderungen an die Rebellion der Jugend und den REBELL stehen. Dabei hat uns alle das Grußwort der MLPD bewegt. Es hat anschaulich gemacht, wie die Jugend weltweit zu den aktivsten Kämpfern gehört, z. B. die Textilarbeiterinnen in Bangladesh. Sie kämpfen gegen Hungerlöhne und soziale Rechtlosigkeit. Die meisten sind zwischen 11 und 20 Jahren alt. Sie kämpfen voll Todesverachtung. Im Befreiungskampf in Palästina sind Kinder und Jugendliche die Hauptkraft. Wir müssen uns dran machen, dass unsere Jugendbewegung hier in Deutschland stabiler wird und sich zunehmend den Sozialismus als gesellschaftliches Ziel zu Eigen macht. Dafür muss der REBELL stärker werden.

Julia: Nicht zuletzt haben wir eine neue starke Verbandsleitung und Verbandsrevisionskommission gewählt. Die Kandidaten wurden auf Herz und Nieren geprüft.

Was unterscheidet den VDT von den Parteitagen und Kongressen anderer Organisationen?
Johannes: Während in anderen Verbänden vorallem in Foren Meinungen ausgetauscht werden, ist der VDT alle zwei Jahre das höchste beschlussfassende Gremium des REBELL, wo deutlich wird, dass die Mitglieder die Herren der Organisation sind.

Martina: Wir diskutieren und streiten hart, aber herzlich. Keiner wird nieder gemacht. Es geht immer darum, den REBELL voran zu bringen. Da dürfen persönliche Eitelkeiten keine Rolle spielen. Der VDT hob mit diesem Stil bewusst die große Bedeutung der Solidarität hervor, gerade wegen der härteren Kämpfe in Zukunft.

Was waren die wichtigsten Diskussionen und Beschlüsse des VDT?
Johannes: Die MLPD hat schon 1995 nachgewiesen und bestimmt: Der REBELL muss eine Lebensschule der proletarischen Denkweise sein. Wir haben diskutiert, dass diese Lebensschule täglich, umfassend in allen Fragen und unter der breiten Masse der Jugend nötig ist. Das heißt vor allem, dass wir viel mehr Erziehungsarbeit in allen Fragen des praktischen Lebens und Kämpfens brauchen, entsprechend unseren Losungen »Rebellion ist gerechtfertigt!« und »Dem Volke dienen!«.

Julia: Eine sehr wichtige Diskussion führten wir in diesem Zusammenhang über unsere Aufnahmepolitik. Wir wollen marxistisch-leninistischer Jugendmassenverband werden, den braucht es in Deutschland. Das heißt, jeder Jugendliche kann bei uns Mitglied werden, der die berechtigten Interessen der Jugend organisieren will. Ob das Kultur, Sport, Antifaschismus, Kampf um eine gesunde Umwelt oder der Kampf für mehr Lehrstellen und gegen Hartz 4 ist. Wir wollen, dass alle berechtigten Lebensinteressen der Jugendlichen und Kinder in unserem Verband sich widerspiegeln. Wir wollen sie aufnehmen. Das macht einen Jugendmassenverband aus. Anerkennen muss jedes neue Mitglied, dass wir der Jugendverband der Marxistisch-Leninistischen Partei sind. Massenhaft Jugendliche sollen alles Weitere im REBELL lernen. Zur Lebensschule gehört, dass unsere Mitglieder die Linie, Weltanschauung, Prinzipien usw. der MLPD kennen lernen, um Marxisten-Leninisten zu werden und in jeder Beziehung seinen Mann, bzw. ihre Frau stehen zu können.

Johannes: In diesem Zusammenhang setzten wir uns auch mit der Reorganisierung des REBELL auseinander. Der REBELL muss sich in Anlehnung an die MLPD wieder schrittweise in Landesverbänden organisieren, um schlagkräftiger zu werden und schneller zu wachsen. Aber hier geht es nicht nur um Strukturveränderungen: Wenn wir – auch in für uns neuen Gebieten – viele Rebellen gewinnen und ausbilden wollen, wenn wir unter Führung der MLPD an der Spitze verschiedenster Kämpfe und Aktivitäten der Jugend stehen wollen, dann müssen wir uns selbst verändern. Was das bedeutet, hat der VDT ausgerichtet mit einem »12-Punkte-Programm zur Selbstveränderung des REBELL«.

Martina: Dieses 12-Punkte-Programm beinhaltet auch, dass wir den Aufbau und die Erziehung der Kinderorganisation ROTFÜCHSE ins Zentrum rücken wollen. Die Rotfuchsarbeit ist das gegenwärtige Kettenglied im Aufbau des Jugendverbands. Leider kam das in der Diskussion auf dem VDT zu kurz. Bis zum Sommercamp wollen wir die Rotfuchs-Organisation aus ihrem Schattendasein im REBELL herausholen. Die Entwicklung der Rotfüchse gehört zwar zu den Erfolgen der letzten Jahre, aber da ist noch viel mehr drin und notwendig. Oft wird die Leitung der ROTFÜCHSE auf einzelne Spezialisten abgewälzt, statt dass die ganze REBELL-Gruppe Verantwortung für die Kinder übernimmt. Damit sie sich zu selbständigen und rebellischen Kämpfern entwickeln, müssen die ROTFÜCHSE selbst eine Organisation im REBELL sein. Das soll die stärkste und am besten organisierteste Kinderorganisation in Deutschland werden, mit einer eigenständigen Leitung in der Verbandsleitung und Rotfuchsverantwortlichen auf allen Ebenen, mit Kassierern und führenden Rotfüchsen an den Orten. Dafür haben wir uns fest vorgenommen: Jede REBELL-Gruppe eine wachsende Rotfuchs-Gruppe!

Wie wird aus den Plänen jetzt Wirklichkeit?
Julia: Da wird nicht lange gefackelt. Das 13. Internationale Pfingstjugendtreffen, das Sommercamp und die Feierlichkeiten zu 25 Jahre MLPD stehen vor der Tür. Das alles steht in nächster Zeit im Mittelpunkt unserer Kleinarbeit, unseres REBELL-Lebens.

Johannes: Bei dem »Wie« geht es darum, sein Herz in die Hand zu nehmen, jeden Jugendlichen und jedes Kind anzusprechen, ob sie mitkommen zum Pfingstjugendtreffen, Sommercamp, und ob sie Mitglied im REBELL oder bei den ROTFÜCHSEN werden. Nicht zuletzt braucht man dann Hartnäckigkeit, Überzeugungskraft und Geduld. Dafür ist es wichtig, sich die Dokumente des 8. VDT in Lesegruppen gründlich anzueignen und sie in der Praxis schöpferisch umzusetzen.

Martina: Die MLPD macht seit 40 Jahren Jugendarbeit und hat ihre Erfahrungen gründlich zusammengefasst in ihrer Linie, in verschiedenen Büchern und Schriften. Als Jugendliche müssen wir uns diese Erfahrungen zu Eigen machen. Die Einheit mit der MLPD ist das Erfolgsrezept, nicht unser jugendliches Halbwissen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Vertreter der Verbandsleitung sind:

Hannes von Pentz,
27 Jahre, Wilhelmshaven
Mario Lüpke,
28 Jahre, Magdeburg

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