Published on März 13th, 2007 | by Esitileti296

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Dankschreiben an den REBELL zur Solidarität mit Lisa Gärtner

13.03.2007 (Brief): Liebe
Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde! Hiermit
wollte ich mich ganz herzlich für eure Unterstützung
bedanken.

Jeder von euch kennt den Spruch „Man kriegt doch keine drei Mann unter
einen Hut“ oder „Heute kannste dich auf keinen verlassen“. Wie
unwahr und beleidigend das ist, habe ich noch nie so deutlich
verspürt wie in den letzten Monaten – ihr habt das
eindrucksvoll bewiesen!

Von überall her sind Spenden und Solidaritätsbriefe eingegangen
– von Montagsdemonstrationen, der MLPD und DKP, den Kindern der
„Rotfüchse“, vielen Einzelpersonen, Schulklassen,
Gewerkschaftern und Arbeitern aus den verschiedensten Branchen: von
Beschäftigten des Klinikums Duisburg über Bergbau-Azubis
über Kollegen von Infineon in Dresden bis hin zu verschiedenen
Automobilarbeitern. Auch die Unterstützung meiner Kollegen bei
Opel Bochum war stark – wie wichtig Solidarität ist haben wir
bei unserem Streik 2004 gelernt. Allein auf unserer
Betriebsversammlung wurden über 890 Euro gesammelt. So wurden
bisher insgesamt 4165,05 Euro gesammelt!! D.h., fast die gesamten
Kosten wurden nun dadurch finanziert und ich kriege sogar noch Geld
zurück, das ich dem Anwalt schon aus eigener Tasche gezahlt
hatte. Vielen Dank noch mal dafür.

In Zeiten in denen der Gegenwind zunimmt, in denen Politiker und Manager
zu härteren Maßnahmen greifen um unsere Anliegen,
Forderungen und Kämpfe zu unterdrücken, ist die Solidarität
für uns der größte Trumpf. Wir müssen wissen,
dass wir uns aufeinander verlassen können und dass keiner
alleine im Regen steht, der einen Schritt nach vorne macht.

Ich hatte manchmal mit mir selbst zu kämpfen, musste oft allen Mut
zusammen nehmen um mich nicht klein kriegen zu lassen. Ohne
Solidarität und alleine sitzen „die da oben“ wirklich am
längeren Hebel – kämpfen wir aber zusammen kann uns
keiner von ihnen aufhalten und wir werden um ein vielfaches stärker
als „die da oben“!

Deshalb geht es hier auch nicht in erster Linie um den „Fall Lisa Gärtner“
sondern es ist nur ein Beispiel von vielen. Es soll jedem zeigen –
und das richtet auch all euren Kollegen aus – dass keiner Angst zu
haben braucht, alleine da zu stehen, wenn er kämpft. Das zeigt
auch jetzt die Solidarität bei Airbus, den Kumpels vom Bergbau
usw. Wer kämpft, kriegt Solidarität! Das ist für mich
eigentlich das entscheidende an der Sache und quasi „die Moral von
der Geschicht“. Das hat eine viel größere Bedeutung als
das konkrete Ergebnis, ob ich jetzt bei Opel bleibe oder nicht.

Noch kurz zum aktuellen Stand bei uns: Im Moment arbeite ich noch, denn
wir legen nun Beschwerde dagegen ein, dass die Revision beim BAG
abgelehnt wurde. Bis das entschieden ist, arbeite ich noch weiter bei
Opel. Die Zeit werden wir nutzen, um den politischen Druck auf Opel
zu verstärken, denn dieses Urteil ist bestimmt nicht „Im Namen
des Volkes“ gefällt worden! So haben jetzt ca. 120
Vertrauensleute bei uns eine Erklärung verabschiedet, dass wir
Jugendvertreter und auch die anderen Azubis übernommen werden
sollen – trotz Urteil und Verträgen. Besonders beeindruckt hat
mich dabei auch der Lernprozess der Azubis innerhalb von einem Jahr.
Waren sie vor einem Jahr noch zeitweise Feuer und Flamme für die
„Übernahme“ in einer Leiharbeitsfirma, werteten die nächsten
Azubis das mit uns gründlich aus und kämpften dieses Jahr
schon entschlossener dagegen. Eine wichtige Rolle hat dabei die
Rückendeckung, Erziehungsarbeit und Solidarität der älteren
Kollegen im Werk gegenüber den Azubis in der Lehrwerkstatt
gespielt.

Die Zuständigen der IGM haben übrigens nach dem Beginn der
Spendensammlung nur noch einmal bekräftigt, dass sie die Kosten
auf keinen Fall übernehmen werden… Wirklich mehr als peinlich
für die größte Einzelgewerkschaft in Deutschland,
eine ganz schöne Unverschämtheit.

Also dann!

Mit den herzlichsten Grüßen und auf bald,

Lisa Gärtner

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