Published on Januar 14th, 2007 | by Esitileti296

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LLL – Rede der Opel Azubis bei der Kundgebung

Hallo! Wir sind Azubis und Jugendvertreter von Opel aus Bochum.
„Was haben die Opel Azubis mit den 3 L’s in Berlin zu tun“ fragt sich vielleicht manch einer. Wir werden es euch sagen!

Wir haben bei uns zurzeit einiges auszufechten:
Seit 2 Jahren soll kein Azubi mehr bei Opel übernommen werden, sondern
sofort nach der Abschlussprüfung arbeitslos werden. Nach dem wir uns
dagegen gewehrt haben wollte Opel uns „großzügigerweise“ auch dieses
Jahr wieder in die Leihfirma Adecco stecken.

Vorgestern wurde uns nun mitgeteilt, dass wir anders als versprochen nicht an Opel, sondern irgendwo in Deutschland alle verteilt verliehen werden. Außerdem müssen wir uns alle einzeln vorstellen, und Adecco wird sich nur einige auswählen. Wir kochen immer noch vor Wut! Sie vermitteln uns das Gefühl, als ob uns keiner braucht, wir nix wert sind und man uns einfach so verarschen könnte.

Auch unsere Jugendvertreterin Lisa Gärtner soll trotz gesetzlichem Kündigungsschutz nicht übernommen werden. Sie soll dafür abgestraft werden, dass sie immer wieder den Kampf der Azubis organisiert hat. Außerdem vermutet Opel dass Lisa zur Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands gehört – und das passt ihnen erst recht nicht in den Kram!

Nun soll Lisa rausfliegen, weil angeblich keine Arbeit da wäre – und trotz Hunderten Leiharbeitern, Überstunden und Wochenendschichten hat das Landesarbeitsgericht Opel jetzt auch noch Recht gegeben. Wir finden das einen echten Hammer! Umso mehr freut es uns, dass nun schon 3700 Euro für Lisa Prozesskosten  gespendet wurden – herzlichen Dank!

Was für Vorbilder sind da doch Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Wladimir Iljitsch Lenin!
Statt Angst vor Gegenwind ließen sie sich den Klassenkampf um die Ohren pfeifen, wie Lenin so schön sagte.
Statt Egoismus und sich-um-sich-selbst-drehen kämpften sie in vorderster Front für die Zukunft der Jugend, die Befreiung der Frau und die Macht der Arbeiterklasse. Statt Kleinmut und Zukunftsangst widmeten sie ihr Leben optimistisch, mit viel Leidenschaft und Sehnsucht dem Traum einer befreiten Welt – auf dass es kein Traum bleibt!

Was würden unsere drei L’s wohl an unserer Stelle tun? Wir sind uns sicher, sie würden sagen: Trotz alledem! Sie würden die Angst fort jagen, die Faust aus der Tasche holen, alle Azubis und Arbeiter zusammen holen und diesen Kampf zu Ende ausfechten!

Viele Opel Azubis denken in diesen Minuten im Ruhrgebiet genau darüber nach – wir haben auch darüber nachgedacht und haben uns entschlossen: Wir lassen Karl, Rosa und Lenin in unserer Lehrwerkstatt weiterleben – und werden deshalb alles tun, unsere Arbeitsplätze und unsere Zukunft zu erkämpfen, denn wir brauchen sie so dringend!!

Und das war unsere Antwort, deshalb sind wir heute hier. Denn das ist unsere Art, wie wir unserer drei Vorbilder gedenken. Wir denken, so hätten sie es sich gewünscht.

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