Published on Dezember 4th, 2006 | by Esitileti296

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Zum 70. Todestag Hans Beimlers

04.12.2006 (Korrespondenz): Der spanische Bürgerkrieg von 1936 – 39 gehört zur unmittelbaren Vorgeschichte des II. Weltkriegs. Gegen eine fortschrittliche linke Regierung putschten im Juli 1936 vier faschistische Generäle und lösten damit einen Bürgerkrieg aus, den sie durch massive militärische Unterstützung durch Hitler und Mussolini siegreich beenden konnten. Erst 1975 ging die Franco-Diktatur in Spanien zu Ende.

Während die faschistischen Länder Deutschland und Italien sich massiv einmischten, verweigerten die Westmächte der spanischen Republik die Unterstützung – allein die von Stalin geführte Sowjetunion trat an ihre Seite. Aus aller Welt kamen Freiwillige nach Spanien, weil sie erkannt hatten, dass hier der Vormarsch des Faschismus gestoppt werden musste. Zu einer Symbolfigur ihres Kampfes wurde der deutsche Kommunist Hans Beimler, der am 1. Dezember 1936 vor Madrid im Kampf fiel. Aus einer ausführlichen Korrespondenz zu seiner Würdigung bringen wir die folgenden Auszüge.

Hans Beimler wurde am 2. Juli 1895 als Sohn eines Landarbeiters und einer Magd in der Oberpfalz geboren. Nach einer Schlosserlehre arbeitete er auf einer Hamburger Werft, den ersten Weltkrieg erlebte er als Matrose auf einem Minensuchboot. Er wurde aktiv in den revolutionären Kämpfen am Ende des Weltkriegs und trat bei ihrer Gründung 1918 der KPD bei. 1919 beteiligte er sich an den bewaffneten Kämpfen zur Verteidigung der Münchner Räterepublik  und wurde nach deren Niederschlagung inhaftiert.
Nach seiner Freilassung nahm er1925 an einer Reise in die Sowjetunion teil, wurde Mitglied der Bezirksleitung Südbayern der KPD und war von 1929 bis 1932 Abgeordneter der Partei im Bayerischen Landtag. 1932 wurde er Reichstagsabgeordneter.

Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur setzte Hans Beimler seine politische Arbeit in der Illegalität fort, wurde aber am 11. April 1933 in München verhaftet und ins KZ Dachau überführt. Am 8. Mai gelingt ihm die Flucht aus dem KZ; auf Anweisung der Partei reist er zur Erholung in die Sowjetunion. Bis 1936 arbeitet er für die antifaschistische Einheitsfront in der Tschechoslowakei, in der Schweiz und in Frankreich. Am 4. August geht er als Beauftragter des ZK der KPD nach Spanien, wird Verantwortlicher für die politische Arbeit unter allen in Spanien lebenden deutschen Emigranten und erster Kriegskommissar des Thälmann-Batallions der Internationalen Brigaden. Durch einen faschistischen Scharfschützen wird an der Front getötet.

In der Erinnerung eines Mitkämpfers heißt es über ihn:
„In seinem Benehmen war er äußerst einfach, natürlich und bescheiden. Wenn man ihn kennen lernte, wäre man nie auf den Gedanken gekommen, einen Prominenten der Partei, einen der bekanntesten revolutionären Kämpfer vor sich zu haben…Wer Rat und Hilfe brauchte, kam zu ihm. Er machte nicht viele Worte, doch übertrug sich seine große menschliche Wärme, seine innere Sicherheit und Ruhe auf jenen und ich sah keinen, der mutlos von ihm ging…nie ging es ihm um die eigene Person, sondern stets nur um die Sache, der sein Leben galt…“

Vom Tage der Aufbahrung bis zur Beisetzung auf dem Bergfriedhof von Montjuich in Katalonien nahmen über zwei Millionen Spanier von Hans Beimler Abschied. Man sagte, dass soviel Anteilnahme selbst spanischen Königen nie zuteil geworden sei…

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