Published on November 7th, 2006 | by Esitileti296

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AStA feiert Ausscheiden der Freien Universität beim Elite-Wettbewerb

13.10.06 – Presseerklärung des Allgemeinen Studierendenausschusses der Freien Universität Berlin (AStA FU): Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der FU nimmt die Entscheidung des Wissenschaftsrates und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (FDG) zum Ausscheiden der Freien Universität im Rahmen der Exzellenzinitiative mit Freude und Erleichterung zur Kenntnis. Der AStA der FU lehnt den Elitewettbewerb zwischen den Hochschulen aufgrund des dahinterstehenden elitären Gesellschaftsverständnisses und der zu fürchtenden Folgen für Studierende und Wissenschaft generell ab.

Heute benannten die DFG und der Wissenschaftsrat gemeinsam mit der Bundesministerin für Wissenschaft und Bildung, Annette Schavan, die Universitäten, welche nach der ersten Antragsrunde die Förderungen zum Ausbau universitärer Spitzenforschung erhalten werden. Die Freie Universität konnte sich mit ihren Anträgen zum Exzellenzcluster „Governance in a Globalized World“, der „Graduate School of North American Studies“ und dem Zukunftskonzept „International Network Society“ nicht behaupten und wird damit zunächst nicht zur Elite unter den deutschen Universitäten gehören.

Am meisten zu fürchten sind nun die Auswirkungen des Exzellenzwettbewerbs auf die gesamte deutsche Hochschullandschaft: Durch die gezielte Förderung ausgewählter Bereiche an wenigen Universitäten wird diese sich schnell spalten in wenige Forschungsuniversitäten mit sehr hohem Prestige auf der einen und vielen Ausbildungs- und Massenuniversitäten auf der anderen Seite.

Dies wird einen massiven Einfluss auf die soziale Selektivität des Bildungssystems nehmen. „Die Fördergelder dieses Wettbewerbs werden nicht nur die Kluft zwischen den Hochschulen, sondern auch zwischen den Studierenden dieser Hochschulen erheblich vergrößern. Das Bildungssystem mutiert damit mehr denn je zu einem Zwei-Klassen-System“, kritisiert Elsa Koester, hochschulpolitische Referentin des AStA FU. „Gar nicht auszudenken, was passiert, wenn diese Ausdifferenzierung der deutschen Hochschullandschaft sich zusätzlich in der Höhe der jeweils erhobenen Studiengebühren niederschlägt.“

Auch die Vielfalt der Lehre wird an den ausgesuchten Eliteuniversitäten zu leiden haben, da für die Förderung durch die Exzellenzinitiative eine gezielte Schwerpunktsetzung vorausgesetzt wird. Fachbereichen, welche nicht dazu gehören, könnten daher erhebliche Kürzungen drohen, was die Situation der Lehre noch prekärer gestalten würde.

Der AStA der FU ist daher froh, dass die Elitisierung und Umstrukturierung nach Clusterbildung an der FU nicht durch die Förderung von Excellenzclustern weiter vorangetrieben wird. Er fordert eine breite Förderung wissenschaftlicher Lehre und Forschung an allen Hochschulen statt der eingeschränkten Förderung einzelner Forschungsbereiche an wenigen Elite-Unis.


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