Published on Oktober 3rd, 2006 | by Esitileti296

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Jung und Alt- Gemeinsam gegen Hartz IV!

Zwei Demonstrationszüge, die sich später vereinigten, zogen am Pfingstsamstag gegen Hartz IV durch Gelsenkirchen. Mehr als 5 000 Menschen aus ganz Deutschland ließen es sich nicht nehmen, mit Parolen und Transparenten ihre Kampfbereitschaft lautstark kund zu tun. Es war keine Resignation zu spüren, sondern im Gegenteil, der Wille sich noch fester zusammen zu schließen und weiter zu machen. Hier wurde die Kampfeinheit zwischen Jung und Alt groß geschrieben, was an verschiedenen Parolen zu merken war, wie: »Dem Schröder die Agenda versaun, auf die Zukunft der Jugend baun!«

Verschiedene Vertreter der Arbeiter- und Volksbewegung, sowie der
kämpferische Frauenbewegung waren vertreten, aber auch Vertreter linker
Parteien, die Hartz IV ablehnen. Eine unverzichtbare Methode um die
Demoteilnehmer zu Wort kommen zu lassen, ist das offene Mikrofon. Das
hat sich die Montagsdemobewegung erkämpft und durfte somit auf dieser
Demo nicht fehlen. So gab es bei dieser großen Anzahl von Teilnehmern
gleich mehrere offene Mikrofone.Am Ende der Demonstration fand noch
eine große Abschlußkundgebung statt, die von allen Kräften der
Anti-Hartz-Bewegung getragen wurde. Moderiert wurde diese Kundgebung
von Karl-Heinz Strohmeier und Monika Gärtner-Engel. Es sprachen unter
anderem Gerd Labatzki, Betriebsrat und Vertrauenskörperleiter bei
Küppersbusch und Stadtverordneter des überparteilichen Wahlbündnisses
»AUF Gelsenkirchen«, Fred Schirrmacher, Sprecher der bundesweiten
Koordinierung der Montagsdemo-Bewegung und ehemaliger Bürgerrechtler
der DDR; außerdem Vertreter der WASG, Ver.di-Jugend, Martina
Stalleicken vom Zentralen Koordinierungsausschuss des 12.
internationalen Pfingstjugendtreffen, Vertreter der Migrantenbewegung
und auch eine Vertreterin der PDS.

Der ehemalige
Betriebsratsvorsitzende von Opel Bochum, Peter Jaszczyk, erinnerte
daran, dass Wirtschaftsminister Clement mit seiner Aufforderung an die
Opel-Kollegen, während des Streiks unverzüglich die Arbeit wieder
aufzunehmen, gezeigt hat, auf welcher Seite er steht. Stefan Engel,
Vorsitzender der MLPD, brachte die Stärke der Montagsdemo-Bewegung auf
den Punkt: »Die Bewegung ist heute kämpferisch, zielbewusst und
unbeirrbar. Ihre Vielfalt schöpft sie aus ihrer wirklichen
Überparteilichkeit.« Mit dem Blick nach vorn gerichtet führte er aus:
»Die Herrschenden haben nicht damit gerechnet, dass wir so lange
durchhalten, bis schwarz auf weiß bewiesen ist: Hartz IV ist ein Betrug
am Volk, ist eine Gaunerei und eine soziale Unverfrorenheit, die
schleunigst vom Tisch muss. Die Regierung muss wissen, dass sie ihre
Quittung für ihren Betrug bekommen wird. Ich wünsche uns allen eine
streitbare Zukunft und einen kämpferischen Zusammenhalt zur
Verwirklichung unserer Vision für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und
Unterdrückung. Dies kann meines Erachtens nur in der Durchsetzung einer
sozialistischen Gesellschaft liegen.«

Die internationale Verbundenheit
in unseren Kämpfen spürte man lebhaft bei den vielen Begrüßungen der
Gäste, die von allen Kontinenten herbei gekommen sind. Auch musikalisch
ging es richtig zur Sache, als der frühere Stahlarbeiter und Rocksänger
Mike Stout mit seinem Song »Hard Times Are Fighting Times« (Harte
Zeiten sind Zeiten des Kämpfens) der Menge richtig einheizte.

Mario

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