Published on September 4th, 2006 | by Esitileti296

0

Erster Erfolg für das Bleiberecht der Familie Ibrahim/Sayili


Bochum (Korrespondenz), 01.09.06: Gestern haben über 70 Erwachsene, Jugendliche und Kinder für das Bleiberecht der Familie Ibrahim/Sayili gekämpft. Angefangen mit einer Kundgebung auf dem Dr.Ruer-Platz in der Innenstadt gab es ein offenes Mikrofon mit einigen Solidaritätserklärungen. Unter anderem vom Rektor der Maria-Montessori-Schule, wo Hude Ibrahim zur Schule geht. Er schrieb auch im Namen der Schule und deren Lehrer an die Stadt Bochum mit der Bitte, die Familie nicht abzuschieben, was für die Kinder eine Katastrophe wäre.

Im Geist der internationalen Solidarität wurde das reaktionäre
Asylgesetz
und seine katastrophale Auswirkungen auf die Betroffenen
angeprangert und Unterstützung versprochen. Das gab Groß und Klein Mut,
weiterzugehen in einer Demonstration zum Rathaus, um dort beim
Ausländeramt das Bleiberecht einzufordern. Vorher gab es weitere
Beiträge.

Zwei weitere Betroffene von der Abschiebungsdrohung fanden es wichtig,
dass wir uns nicht nur für die Familie einsetzen, sondern gegen alle
Abschiebungen. Einer von ihnen berichtete, dass es in Bochum 1.500
Menschen gibt, die von der Abschiebung bedroht sind (das Ausländeramt
berichtet dagegen von lediglich ca. 400 Fällen).

Auch die
Integrationspolitische Sprecherin der Linkspartei.PDS im Bundestag
sprach in einem Brief  ihre Solidarität und Unterstützung im Kampf
gegen die Abschiebung aus. Jürgen Bargmann von der „Sozialen Liste“
berichtete von der Diskussion über diese Frage im Rat der Stadt. Eine
Resolution für das Bleiberecht wurde durch die CDU allerdings
verhindert.

Danach ging die Familie Ibrahim/Sayili mit zwei Zeugen ins
Ausländerbüro. Es fand sich niemand von dort bereit, weder eine
Stellungnahme abzugeben noch die bisher über 500 gesammelten
Unterschriften entgegennehmen. Also beschlossen wir, alle zum
Ausländeramt reinzugehen. Dort musste sie uns in Empfang nehmen. Nach
zehn Minuten verschwand die Pressesprecherin mit der Familie wieder in
ein Zimmer. Wieder zehn Minuten, dann war die Familie raus – die
Pressesprecherin war weg.

Während morgens der Leiter des Ausländeramtes im Radio berichten ließ,
dass er bereit wäre, eine Duldung von drei weiteren Monaten zu
erteilen, haben sie durch unseren Protest die Dauer auf sechs Monate
verlängert
. Ein erster Erfolg!


Aber wir finden uns nicht mit kleinen Erfolgen ab!
Wir werden diese
sechs Monate nutzen, ganz Bochum auf die Beine zu kriegen, um das
Bleiberecht für die Familie Ibrahim/Sayili und inzwischen noch weitere
Betroffene durchzukämpfen!

Tags: ,


About the Author



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Back to Top ↑