Published on September 5th, 2006 | by Esitileti296

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DVD – Tipp – Die fetten Jahre sind vorbei

Zwei Freunde, Jan und Peter, wollen die Gesellschaft verändern, da sie mit ihr nicht einverstanden sind, weil sich ein paar wenige auf Kosten der Anderen bereichern. Um ihren Protest zu bekunden, brechen sie in Villen ein. Nicht etwa um was zu klauen. Nein – sie verrücken nur die Möbel, schmeißen Sofas in den Pool und Porzellanfiguren in Toilettenschüsseln. Sie möchten, dass sich die so genannte High Society von ihnen beobachtet fühlt und somit nicht mehr dermaßen ungetrübt im Luxus schwelgen kann.

Als Peter verreist hilft Jan, Jule, Peters Freundin beim Renovieren
ihrer Wohnung. Beim Weintrinken am Abend erzählt Jule Jan von ihrem
Autounfall den sie hatte. Da das Auto nicht mehr versichert war hat sie
jetzt ein Haufen Schulden und der Arsch mit seinem fetten Mercedes nur
ein Auto weniger. Jan erzählt Jule von den Einbrüchen. Er fährt mit ihr
durchs Luxusviertel und zeigt ihr wo er und Peter schon eingestiegen
sind. Ihr Weg führt sie dabei am Domizil von Justus Hardenberg vorbei,
dem Unfallgegner von Jules folgenschwerem Crash.

Da das Haus leer
erscheint, überredet sie ihn dort einzusteigen. Sie möchte unbedingt
sehen, wie der Mann lebt, der ihr das ganze Leben verbaut und ruiniert
hat. Widerwillig gibt Jan ihrem Flehen nach. Doch es geht etwas schief.
Der Besitzer kommt zu früh wieder und erwischt die beiden. Sie
entführen ihn gemeinsam mit Peter, in eine abgeschiedene Berghütte. Um
die Geschichte komplett zu machen verlieben sich Jan und  Jule
ineinander. Und der Entführte ist auch noch ein Alt 68er.

Beim Kiffen
schwelgt er in Erinnerungen und erzählt von seiner rebellischen Jugend.
Dabei kommt kein Klischee zu kurz. Das Ende will ich jetzt nicht
verraten. Der Film ist nett anzuschauen. Gut finde ich auch, dass Jan,
Peter und Jule nicht aufgeben, sondern weitermachen. Kritisch muss man
aber hinterfragen, ob solch eine individualistische blinde Rebellion
den Sinn erfüllt und nicht stattdessen von einer organisierten
Rebellion abhalten soll.

Dieser berechtigte Drang der Jugend wird vom
Film aufgegriffen, aber irgendwann „soll man doch wieder sein Gehirn
einschalten.“ Damit soll auf subtile Art und Weise der moderne
Antikommunismus
unter der Jugend verbreitet werden. Aber tagtäglich
bekommen wir doch mit – Rebellion ist gerechtfertigt.


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