Published on September 5th, 2006 | by Esitileti296

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„Antiterror-übung“ in Bremer Diskothek

Bremen (Korrespondenz), 05.09.06: In der Nacht von Samstag, den 26.8., auf Sonntag, den 27.8., wurde in Bremen ein Polizei-Großeinsatz durchgeführt. 500 Polizisten stürmten das „Stubu“, eine Diskothek, in der sich zu der Zeit etwa 1.500 Leute aufhielten. Mit Rammböcken, teilweise martialischer Vermummung und brutaler Gewalt wurde vor allem gegen Türsteher, zum Teil aber auch gegen Gäste vorgegangen. Mindestens ein Türsteher wurde schwer verletzt. Als er bereits am Boden lag, traten Polizisten mit Stiefeln auf ihn ein. Laut Polizeiangaben erlitt er dabei einen Jochbeinbruch. Am Boden liegend wurden die Türsteher mit Klebeband gefesselt.

Über fünf Stunden lang dauerte die Einkesselung der Gäste und des Personals. Einige berichteten, sie seien noch nicht mal aufs Klo gelassen worden. Wer schließlich doch durfte, musste vorher alles abgeben, die Tür offen lassen und wurde ständig von Polizisten beobachtet.

Warum das Ganze? Angeblich ging es um illegale Drogen und Waffen. Dafür war die Ausbeute aber lächerlich gering: Bei einem Türsteher wurde eine geringe Menge Kokain gefunden – bei ein Paar Gästen etwas Marihuana – und es wurden etwa 100 Jugendliche unter 18 ausgemacht. Der ständig anwesende Polizeipräsident Mordhorst (welch ein Name!) kündigte weitere Razzien an. Innensenator Röwekamp (CDU) lobte die Aktion als erfolgreiches „Null-Toleranz-Konzept“.

Offensichtlich ging es ihm und der ganzen Regierung aber um etwas ganz anderes: Um eine groß angelegte „Antiterror-Übung“. Wobei diese Herrschaften unter „Terror“ mehr und mehr die Kämpfe der Arbeiter in den Betrieben um Arbeit und Lohn und die Demonstrationen und Kämpfe auf den Straßen und Plätzen gegen die Verelendungspolitik der herrschenden Klasse in Deutschland verstehen. Das lässt auch bei vielen Polizisten Zweifel aufkommen.


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