Published on August 27th, 2006 | by Esitileti296

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Trauer und Solidarität mit den Opfern Wut auf die Verantwortlichen

Wir gingen mit Freunden Essen am zweiten Weihnachtsfeiertag. Natürlich
kam die Rede auf die Flutwelle in Südostasien. Wir stritten, wer die
Zahl der Opfer richtig im Kopf hatte, waren es dreihundert oder
tausend? Als wir abends nach Hause kamen, war das belanglos. Auch jetzt
habe ich Tränen in den Augen. 200 000 Tote. Wie viele werden noch an
Krankheiten und Hunger sterben? Wie viele Millionen Menschen haben
alles verloren?

Der von Regierungen und Tourismus-Konzernen nicht
verhinderten Katastrophe folgte die Hilfsbereitschaft der einfachen
Menschen auf der ganzen Welt
. 400 Millionen Euro wurden bisher in Deutschland gesammelt, sie drücken
ein gewachsenes internationalistisches Bewusstsein der Menschen aus.

MLPD und REBELL unterstützen die Spendensammlung von Solidarität
International. Die überparteiliche internationale Solidaritäts- und
Hilfsorganisation sammelt Spenden für ihre indonesischen
Partnerorganisationen SEGERA (Bewegung der Volkssolidarität für Aceh)
und PEC (People’s Empowerment Consortium) für das Projekt CARE ACEH.

»Vor allem für Trinkwasser und Stromerzeugung werden Geräte und Geld benötigt. Tausende von Kindern haben ihre Eltern verloren. Unterkünfte und Schulen werden gebraucht, aber die Kinder brauchen vor allem auch Versorgung und Zuwendung. Auch die Wiederherstellung der Landwirtschaft ist eine wichtige Aufgabe. Die Menschen sollen ihren Lebensunterhalt wieder selbst verdienen können. Sie brauchen Hilfe zur Selbsthilfe. Die PEC betont, dass die benötigte Hilfe kein Hightech sein muss, sondern technisch einfache Hilfe, die die einfache Bevölkerung  selbst nutzen kann. Die Selbstorganisation der Menschen ist in dieser extremen Situation das Entscheidende, denn ohne organisierte Strukturen vor Ort verpufft auch die Hilfe der Regierungen. « (Presseerklärung der Bundesvertretung von Solidarität International (SI), 4.1.2005). Bis zum 17. Januar sind bereits 30 000 Euro auf dem SI-Konto eingegangen und die ersten Spenden sind in Aceh angekommen.

Zum Kloß im Hals kommt die Wut im Bauch!
Der asiatisch-pazifische Raum war 2004 der größte regionale Reisemarkt. Mehr als 100 Milliarden Euro wurden dort umgesetzt und bescherten Reise-Monopolen wie TUI Rekordgewinne. Drei Stunden vor dem Eintreffen des Tsunami wurde das Seebeben von Seismologen rund um den Globus registriert.

»Laut Zeitungsberichten hatte das für solche Alarme zuständige Meteorologische Departement (Thailands) am frühen Sonntagmorgen eine Sitzung einberufen; seine Angehörigen waren in Minutenschnelle über das Seebeben vor der Küste Sumatras sowie über dessen Stärke informiert und wussten auch um die Tsunami-Gefahr. Sie beschlossen, nicht zu handeln, weil sie befürchteten, dass ein überflüssiger Alarm in den vollbesetzten Hotels ›unnötige Angst‹ hätte auslösen und das Ansehen Thailands als Ferienziel schädigen können.« (NZZ, 30.12.04)

Vielleicht haben die Verantwortlichen die Gefahr unterschätzt, aber sie  nahmen den Tod tausender Menschen billigend in Kauf. Experten schätzen, dass 60 bis 90 Prozent des Umsatzes durch Fernreisen in die Kassen der internationalen Reise-Unternehmen  fließt. Deshalb müssen diese auch für Frühwarnsysteme sorgen und sie finanzieren, bevor sie das Geschäft mit dem Urlaub in den betroffenen Gebieten wieder aufnehmen! »Das Ausmaß der Folgen der Flutkatastrophe  sind eine einzige Anklage gegen dieses kapitalistische System. (…) Wenn der Imperialismus versagt, dann zeigt das doch nur,  die Zeit ist reif für die Vereinigten Sozialistischen Staaten der Welt!« (Peter Borgwardt, Jugendverantwortlicher der MLPD am 09.01.05).

Susanne


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