Published on August 27th, 2006 | by Esitileti296

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Kongo: Kinder gehen auf die Straße: „Wir wollen lernen!“


Im Herbst letzten Jahres streikten die Lehrer im gesamten Kongo für eine Entlohnung durch den Staat, von der man leben kann. Dafür bekamen sie von den Schülern tatkräftige Rückendeckung, wie der Bericht aus der kongolesischen Zeitung Nyota ya Afrika (Stern von Afrika) zeigt.

Bisher mussten die Eltern einen Großteil der eh bescheidenen Gehälter
aufbringen. Wer kein Geld hatte, konnte seine Kinder nicht in die
Schule schicken… Der Streik endete vorerst mit einem Teilerfolg. Die
REBELL-Redaktion unterstützt die Herausgabe der Zeitung Nyota ya Afrika
im Kongo. Interesse an der deutschen oder französischen Ausgabe (alle 2
Monate)? Bestellung bei John Robertson, Dannecker Str. 12, 70182
Stuttgart; mails an renate-mast@neuerweg.de


Bisher mussten die Eltern einen Großteil der eh bescheidenen Gehälter aufbringen. Wer kein Geld hatte, konnte seine Kinder nicht in die Schule schicken… Der Streik endete vorerst mit einem Teilerfolg. Die REBELL-Redaktion unterstützt die Herausgabe der Zeitung Nyota ya Afrika im Kongo. Interesse an der deutschen oder französischen Ausgabe (alle 2 Monate)? Bestellung bei John Robertson, Dannecker Str. 12, 70182 Stuttgart; mails an renate-mast@neuerweg.de

Die Kinder gehen auf die Straße: „Wir wollen lernen!“

Man könnte meinen, man sei in Soweto, auf südafrikanischem Boden in der Blüte des rassistischen Apartheidregimes. Das jedenfalls war das Bild, das sich einigen Beobachtern bot, die mit Abscheu Polizeieinheiten beobachteten, die Schüler durch die Straßen jagten.

Diese demonstrierten am Montag den 12. und Dienstag den 13. September in Kinshasa für ihr Recht auf Schulbildung. Vollgepfropfte LKWs hatten schwer bewaffnete Antiaufstandseinheiten der Polizei herangebracht zur Belagerung der meisten namhaften Schulen in Kinshasa. Gleichzeitig patrouillierten andere Einheiten auf dem Boulevard des 30. Juni und in der Avenue der Justiz, den Hauptverkehrsadern des Geschäftszentrums.

Um dem Maschennetz der Polizei zu entgehen, hatten die Schüler ihre Transparente mit dem Motto der Demonstration „Wir wollen lernen!“ vorsorglich in Rucksäcken versteckt. Sie schwenkten sie in der Nähe eines offiziellen Gebäudes. Die Demonstranten, unter ihnen Kinder im Alter von fünf Jahren, hatten ihren Marsch am Ministerium für Erziehung und Bildung begonnen.

Da sie der Meinung waren, dass sie nicht gehört worden waren, waren sie zum Palast der Nation gegangen, wo die Präsidentschaft der Republik sitzt. Das Versprechen aus  dem Büro des Staatschefs, ihre Forderungen zu berücksichtigen, hatte nicht ausgereicht, den Eifer der Kinder zu mildern. Sie trafen sich darauf spontan bei der Regierungskommission für Wirtschaft und Finanzen, wo ein wirklicher Dialog stattfand.

Nachdem sie dort empfangen worden waren, machten sich die Schüler auf den Heimweg. In Mbuji-Mayi, der Provinzhauptstadt von Ost-Kasai, hatten Schüler öffentlicher Schulen eine handfeste Razzia in den Privatschulen durchgeführt, und ihren Mitschülern mangelnde Solidarität vorgeworfen. Die gleiche Aktion fand am gleichen Tag auch in Lubumbashi, Katanga, statt. Sie hatten allerdings einen ganz schönen Dampf, diese Kinder, um der Gluthitze zu widerstehen, auf die Straße zu gehen und ihre Unzufriedenheit zu demonstrieren.

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