Published on August 27th, 2006 | by Esitileti296

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über ein „superintelligentes Drogenopfer“ (Sido)

…oder wie Drogen heute als Lösung angepriesen werden
Endlich Wochenende! Ausschlafen, die müden Muskeln vom Arbeiten entspannen, den leeren Kopf vor lauter Klassenarbeiten etwas lüften, Feiern, Demos machen, Freunde treffen oder die Wochenend- Beziehung pflegen, alle Rebellen bei der Monatsveranstaltung treffen, Sport, Ausflug,…. Deswegen freut man sich doch auf das Wochenende, oder?
„Endlich Wochenende! Unendlich viele Drogen nehmen! Endlich Wochenende!
Die Welt mit ander’n Augen seh’n! Endlich Wochenende! Los, wir werden
high! Endlich ist wieder ’ne Scheisswoche vorbei!“ Das fällt Sido, dem
Berliner Rapper vom Plattenlabel „Aggro Berlin“ zum Wochenende ein.

Verbringt man heute so sein Wochenende? Bin ich von gestern? Sido
erhält hohen wissenschaftlichen Beistand. Der Kultursoziologe Roland
Seim verweist darauf, dass die Rapper nur ihren eigenen Alltag und eine
Ghetto-Realität etwa im Berliner „Märkischen Viertel“ sowie ihre
Frustrationen und fehlenden Zukunftsperspektiven wiedergäben. Es
stimmt, dass die Frustration zunimmt. Auch der Konsum und die Akzeptanz
von Cannabis steigen.

Jeder Jugendliche steht früher oder später vor
der Entscheidung, wie er sich zu Drogen stellt. Denn jeder Zweite
Jugendliche wird in seinem Leben von Dealern direkt angesprochen. Im
Ergebnis nehmen gegenwärtig 95 % von uns Jugendlichen bewusst keine
Drogen. (Alle Zahlen vom Bundesministerium für gesundheitliche
Aufklärung 2005) Damit setzt die Jugend eindeutig auf den klaren Kopf
und erteilt dem Weltbild von Sido eine Abfuhr.

In der
Auseinandersetzung mit dem Frust hier im Kapitalismus über zunehmende
Armut und Arbeitslosigkeit,suchen wir zunehmend nach neuen Wegen.
Statt alles hinzunehmen oder zu verdrängen, versuchten sich mehr Azubis
erfolgreich im Kampf, um mehr Ausbildungsplätze und für die Übernahme
nach der Lehre. 2005 so viele, wie lange nicht mehr.

Die Jugend ist bei
allen Fragen und Widersprüchen offen für den Sozialismus, anstatt
imKapitalismus zu frusten. Auch wenn  man den Kampf aufnimmt, sieht man
die Welt mit anderen Augen. Man findet neue Wege, Freunde und
Verbündete und Perspektiven, aber auch neue Schwierigkeiten und
Herausforderungen. All diese Zeichen der Zeit werden bei Sido und
seinen Kollegen nicht gefördert.


Von „Spaßverderbern“

Ihr Verhalten und die Texte sachlich zu kritisieren, das darf man
nicht. Die „Aggros“ sind zwar ganz „schwere Jungs“, aber man dürfe
nicht jedes Wort auf die Waagschale legen. Sonst ist man ein
Spaßverderber und hat nichts begriffen. Auch das bestätigt der oben
genannte Kultursoziologe. Warum denn eigentlich nicht? Kultur ist nicht
Ich-bezogen. Erst recht nicht, wenn man ganz oben in den Charts steht.
Jede Kultur vermittelt eine Message, dient einem Zweck und einer Klasse
– den Kapitalisten oder dem Proletariat.

Was drückt denn Sido aus?
Außerdem: Es gibt zweifellos hunderttausende Jugendliche in
Deutschland, diediese Musik und die Rapper ernst nehmen, die Poster an
der Wand hängen haben, und nicht wenig für CDs und Konzerte ausgeben.
Diese Profite sind ihnen wichtig. Mit dem Spaß ist das auch so eine
Sache. Der Spaß beim Kiffen oder auch beim Vollsaufen besteht doch
meistens darin, dass man sich auf ein Niveau von Kleinkindern begibt.
Dann lacht man darüber, dass sich die besten Freunde nicht mehr im
Griff haben, dass Dinge vonanderen beschädigt oder in den Dreck gezogen
werden.

Solch einen Spaß kann man ruhig verderben. Kritik ist also mehr
als angebracht. Wenn Kulturwissenschaftler, Sido selbst und sein Label
ihn unkritisierbar machen wollen, dann weichen sie nur aus vor der
Auseinandersetzung um Sidos Message, und um seine Hintermänner. Da
wollen uns doch die gesammelten „Aggro-Rapper“ klar machen, dass sie es
ganz alleine „vom Bordstein zur Skyline“ (Zitat „Bushido“) geschafft
haben.

Tausende von musikalisch hochklassigen Bands in Deutschland
können bezeugen, dass weniger die Qualität zu Charterfolgen führt,
sondern mehr das Interesse der Musikindustrie. Die Konzerne mit Monopolstellung wie
Bertelsmann, Viacom oder Springer entscheiden über Charterfolge, und
damit auch, welche Inhalte verbreitet werden. Sido bekam einen
VIVA-Comet und BRAVO-Otto verliehen. Er trat mehrmals bei Stefan Raab
auf, der überhaupt im deutschen Fernsehen die Dauerwerbesendung fürs
Kiffen darstellt.

Die Monopole setzen auf solche Künstler, die das
egoistische Lebensgefühl
, den Drogenkonsum verkörpern. Das zeigt, wie
verfallen und verfault sie schon sind. Die Rebellion der Jugend und
ihre Suche nach Perspektive soll dadurch irre geführt werden
. Diese
Machenschaften von Kapital und bestimmten Kulturschaffenden sind ein
Teil des Drogensumpfs. Sido ist nicht mehr als eine Verwirrung
stiftende Nebelkerze der bürgerlichen Kultur. Seinen Verrat an der
Jugend und ihre Vernebelung wird ihm gut bezahlt.


„Kämpfen statt kiffen!“

Sido hilf uns deswegen nicht weiter, er steht im Weg. Die Jugend will
eine Zukunft. Das ist heute nicht einfach: es braucht ein klares Ziel,
Wege, Methoden, Erfahrungen, echte Freunde als Mitstreiter und
Organisation. Der REBELL ist der einzige Jugendverband, der an all den
notwendigen Punkten arbeitet und sie verwirklicht. Mit Drogen ist all
das nicht zu schaffen. Deswegen gilt: Kämpfen statt kiffen, Kampf dem
Drogensumpf!
Und das nicht nur am Wochenende, sondern im ganzen Leben.

Lars

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